Hier sind aus meiner ganz persönlichen Sicht (die eines aufmerksamen Dirigenten) ein paar Gedanken zu meiner Arbeit mit dem GMO -  auch zu heiklen "Gratwanderungen":

Die Auswahl der Konzertstücke und das angemessene "An-Leiten". Alles in dieser Einstellung:

 

Augenzwinkernd - offen und nachdenklich - und immer mit Liebe zu Spieler und Orchester!

 

Betrachtungen des Orchesterdieners - scherzando serioso amoroso

 

"wie die Jungfrau zum Kind"  -  mein Weg zum GMO

Anlässlich eines Sinfoniekonzerts, dass ich 2005 mit der Orchestervereinigung Schorndorf in Schwäbisch Gmünd gab, fragte mich der Vereinsvorstand des GMO an, ob ich nicht ihr Orchester dirgieren wolle. Nach einer kurzen Bedenkzeit - da völlig unbeleckt im Metier "Gitarren- und Mandolinenorchester"! - sagte ich zu und erkannte schnell, dass die Probenarbeit mit dem GMO sich in nichts von der mit einem sinfonischen Liebhaber-Orchester unterscheidet... :-)

 

Die "Orchesterseele" ...

...entdecke ich jede Probe und jede Aufführung neu - manchmal besonders in kritischen Momenten... ;-)

Die Mitspieler des GMO sind jedenfalls durchweg engagierte Amateure, die aus Lust am Musizieren, am geselligen Zusammensein und an der regelmäßigen Probenarbeit gemeinsam mit mir immer wieder neue Konzertprogramme erarbeiten.

 

"Quadratur des Kreises"  -  die Konzertliteratur

Die Zusammenstellung der im Konzert gespielten Stücke ist für mich jede Arbeitsphase wieder aufs neue eine große Herausforderung!  -  Denn:

Stücke aus Renaissance, Klassik und Romantik bestehen meist aus mehr oder weniger geschickt gesetzten Bearbeitungen von originaler Kammermusik oder Orchesterstücken. Originale Stücke für ein Gitarren- und Mandolinenorchester existieren zuhauf aus dem 20ten Jahrhundert. Ein Großteil davon ist aber entweder spieltechnisch zu anspruchsvoll für unser Ensemble, muskalisch zu sperrig bzw uninteressant oder auch beides zusammen...

Was ich bei der Programmgestaltung alles zu berücksichtigen habe:

- Seriöses sollte das Konzertprogramm nebenso einschließen wie auch Unterhaltsames...

- Das, was dem einen spieltechnisch zu einfach ist, kann ein anderer kaum bewältigen...

- Manche Stücke sind zu groß besetzt und passen nicht für unser eher kleines Ensemble...

- Wie kann der Solist / die Solisten ins Ganze sinnvoll eingebunden werden...

- Auch ein musikalisches "Über-Thema" wäre fürs Konzert gut und griffig...

- die Sonderwünsche der Mitspieler...

- und... und... und...

Angesichts dieser Einschränkungen ist es wirklich erstaunlich, dass bis jetzt in jeder Arbeitsphase - früher oder später - doch noch ein sinnvoll spielbares Programm zustande gekommen ist!  -  Jedenfalls:

Ich setze bei jedem Konzert alles daran, eine gute Mischung zu finden, die besonders dem Publikum, aber auch den Mitspielern in allen Aspekten eines spannenden Konzertes mit einem inneren Programm und einer empfundenen Steigerung gerecht wird.

 

Dirigentischer Wille, Emapthie und Umsichtigkeit

Noch eine starke Herausforderung ist für den Orchesterleiter der Umgang mit den sehr verschiedenen Spielstandards im Orchester. Egal, wie schwer oder leicht ein Stück ist: In der Probenphase kommt früher oder später der Punkt, an dem ein musikalisches Weiterkommen nicht mehr möglich scheint oder der Unwillen, noch nicht "verstandene" Musik zu spielen, sehr groß wird.

Da heißt es nun: sehr umsichtig schwächere Mitspieler animieren, Hitzköpfe bremsen und mit Augenmaß, aber auch Überzeugung den eingeschlagenen Weg weiter beschreiten, das Gleichgewicht wahren und die Musiker von meiner (und ihrer!) eigenen Kompetenz immer wieder überzeugen...

 

Konzertbesuch und öffentliche Resonanz  -  ein herzliches DANKSCHÖN!

Jedes Konzert des GMO wird auch in der Gmünder Presse besprochen - und wir können uns da nicht über fehlende positive Resonanz beklagen... :-)

Aber am allermeisten freut es die Orchesterspieler und mich als Dirigenten, dass unser treues Publikum immer wieder zahlreich unsere Konzerte besucht und begeistert von unseren Auftritten ist! An dieser Stelle einen herzlichen Dank vom Orchester und vom Dirigenten für das Wohlwollen unserer Zuhörerschaft !!!

 

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der Dirgent Joachim Wagner beim mutwilligen Verstellen eines wohlgestimmten Instruments ... :-)

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