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Wunsch und Wirklichkeit - eine Vision ist und bleibt eine Vision . . . ?

 

Den Organismus eines Orchestern stellt sich mancher Musikenthusiast und Hörer als etwas Wunderbares und einen ganz von der Musik durchdrungenen idealzustand menschlicher Kreativität und Ausdruckmöglichkeit vor. Die Realität sieht leider zumeist anders aus - und zwar sowohl bei den Berufsorchestern aller Couleur als auch bei Liebhaberensembles.

 

Der Grund für den oft wenig synergetischen Zustand solch organisiert strukturierter "Orte des Musizierens" liegt neben allgemeinen menschlichen individuellen Schwächen auch in den oft wenig reflektierten Beweggründen der einzelnen Mitspieler, in solch einen Verband einzutreten und noch mehr im Fehlen des Bewusstseins fürs Ganze.

 

Wenn beim Berufsmusiker die Motivation für die Wahl des Orchestermusikers eine Mischung aus der Sehnsucht nach musikalischer Selbstverwirklichung, Karrierestreben, dem Drang an etwas "Großem" mitzutun einerseits und der pure Broterwerb andererseits ist, so ist der Antrieb für den Laienmusiker anders geartet, aber dennoch ebenso vielfältig: die Lust am Musizieren, der Wunsch nach Geselligkeit, bei Älteren das Gefühl noch "gebraucht werden" - oder aus sozialem Selbstverständnis oder Gewohnheit bzw. Tradition.

 

Der Gedanke, dass ein Orchester auch eine individuell verbindende Idee benötigt oder alle Mitspieler eine Art von Verantwortung tragen, die über ihr eigenes musikalisches Mittun hinausgeht, bleibt dabei meist auf der Strecke. In Berufsorchestern wird das oft zusätzlich durch die organisierte Struktur zementiert. Bei Laienensembles, die meist lockerer nur in äußerlicher "Vereinsmanier" strukturiert sind, bleibt die Last an denjenigen hängen, welche einfach "weiter" sehen können, wollen und müssen. Hier machen sich die synergetischen Probleme offensichtlich zuallererst an den meist maroden Finanzen bemerkbar.

. . . mit Matthias Babl in ernsthafter Auseinandersetzung zum "Orchester 21" :-)

Matthias Babl (Geiger, Musiker, Denker und Heiler) und ich haben anlässlich eines recht engagierten gemeinsamen Konzertprojektes mit der OVS aus Erkenntnis dieser Tatsache und vom Wunsch geleitet, den Missständen als Vision etwas Neues entgegenzusetzen, im Gedankenaustausch vieler und intensiver Arbeitsgespräche, welche zudem stark die Mensch- und Weltsicht von Rudolf Steiner und Joseph Beuys einbezog, einen deutlich erweiterten Ansatz entwickelt, wie von der Struktur und vom Inhalt her ein Orchester mehr sein kann als ein Verband gemeinsam musizierender Menschen.