Karl Schiske (1916-1969) - Werkkatalog, Bücher, Aufnahmen, Hörbeispiele

 

ZUM HUNDERTSTEN GEBURTSTAG (*12.2.1916)

 

Karl Schiske - einer der bedeutendsten Komponisten Österreichs des 20ten Jahrhunderts!

 

Diese Aussage mag auch beschlagenste Musikliebhaber überraschen, da nur noch wenige Kenner mit dem Namen Karl Schiske etwas verbinden, z.B. den Kompositionslehrer.

 

Sein Werk zeigt eine Entwicklung von trotz romantischer Beeinflussung schon stark strukturell geprägten Werken über Kompositionen, die z.T. etwas an Hindemith erinnert, bis zum sehr persönlich unverwechselbar seriellen Stil, der die kompositorische Einheit durch Synthese ganz erfüllt.

 

In allen Phasen des Schaffens von Schiske ist der starke Wille zu klarer Konstruktion, Reduktion, Verständlichkeit, Schönheit und Sinnlichkeit des Klangs und zur sämtliche musikalischen Aspekte umfassende Geschlossenheit eines Werks, in dem alles auf einander bezogen ist, zu spüren. 

 

Besonders die Werke ab den späten 30iger Jahren sind von einer unverwechselbar persönlichen Tonsprache geprägt, die sich - obwohl doch immer als Schiske erkennbar - permanent und deutlich gewandelt hat.

 

Ein paar subjektive Worte zu einigen der Werke Schiskes, welche hier auf meiner Seite klangrede.de auf Tonträger eingespielt oder mitgeschnitten vertreten sind:

 

Das viersätzige Sextett für Klarinette, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier op.5 (entstanden 1937) zeigt Karl Schiskes frühem quasi romantischer Stil, der aber schon höchst eigenwillig war. Die schreitende ostinate Tonfolge c-d-g-f ist identisch mit der in gleicher Weise gebrauchten Eröffnung des "Buch mit sieben Siegeln" von Franz Schmidt, das im selben Jahr fertiggestellt wurde - wohl kaum ein Zufall. Auch der dritte Satz ("langsam") atmet beim ersten Einsatz der Klarinette gegen Satzende die melancholisch-herbstliche Stimmung von Schmidts später Kammermusik. Die Eröffnung des vierten Satzes (nur für Klarinette und Klavier) erinnert an Spielmusiken von Hindemith, bis dann als Kontrast das Streichquartett allein in romantischem Ausdruck und Harmonie auf den dritten Satz zurückgreift. Der kurze Satz findet in der Coda eine Synthese mit dem Cello-Ostinato des Beginns. Nun ist aber alles Schwere und Grüblerische abgelegt und der Satz verklingt leise in heiterer Gelassenheit.

 

Das Klavierkonzert op.11 von 1938/39 ist in seinem teils durchaus noch romantischem Gestus, aber zudem auch der sehr klaren Konstruktion (Fugenfinale) beeindruckend. Ein äußert knapper Kopfsatz, ein langsamer Satz in Form einer Passacaglia, welche zu Beginn wiederum an Franz Schmidt denken lässt. Die gesamte Anlage des Klavierkonzerts verweist schon auf Schiskes zweite Sinfonie. Ähnlich dieser steht im Zentrum des Finales ein Choral, welcher im Klavierkonzert eine frappante Ähnlichkeit mit Bartoks ein paar Jahre später(!) entstandenem Konzert für Orchester aufweist.

 

Das viersätzige 1. Konzert für Streichorchester op.14 von 1940/41 ist thematisch noch strenger gearbeitet.

 

Die mehrteilige, aber ineinander übergehende Rhapsodie für Klavier op.20 von 1945 ist stark motorisch geprägt und entfernt sich deutlich von jeglicher romantischer Tonsprache. Es kontrastieren in wechselnder Folge fünf bewegte und ruhige Abschnitte.

 

"Vom Tode" op.25 ist ein groß angelegtes Oratorium (komplett aufgeführt ca. 100 min Spielzeit), das 1946 unter dem Eindruck des erlittenen Krieges und des Verlusts seines 1944 gefallenen Bruders Hubert entstanden ist. In dieser großartigen und erschütternden Komposition ist ähnlich wie bei Bachs großen geistlichen Werken alles aufeinander bezogen. Wenn dieser Umstand auch für den Hörer nicht sofort und umfassend erkennbar ist, so fällt doch unmittelbar die große Geschlossenheit, atmosphärische Dichte und starke emotionale Aussage der 24 Teile (Vertonungen unterschiedlichster Dichter) auf.

 

Ein Prolog (Einführung in das Thema Tod, Sterben und die Auseinandersetzung damit) und ein Epilog (besser: die Konsequenz einer musikalisch weiterführenden Koda und einer inhaltlichen Kulminierung des Themas Tod) umrahmen vier Teile, die den Zugriff des Todes auf jegliches Lebensalter des Menschen berühren - dargestellt in den vier Jahreszeiten der Natur. Der Tod ist unabänderlich und auch nicht relativierbar. 

 

Es bleibt in Worten unausgesprochen und dennoch ist die Klage oder Anklage nicht zu übersehen: Der anonyme Massentod des Krieges beraubt den Menschen im Sterben seiner individualtät und nimmt ihm die Möglichkeit des Gedankens, der Hoffnung und der Erfahrung eines Sinns im "Aus der Welt gehen".

Somit ist "Vom Tode" auch Mahnung an die Lebenden zu Frieden: Das "memento mori" als ein "memento vitae"!

 

Rückblickend gesehen ist "Vom Tode" in musikalischer Hinsicht nicht Schiskes innovativstes Werk, denn seine weitere Entwicklung führte ihn zu noch radikaler geformten Kompositionen. Damit meine ich nicht die später von Schiske verwendete dodekaphonische Schreibweise an sich als Selbstzweck, sondern sein Bestreben, mittels dieser Kompositionstechnik formgebend und thematisch alles mit allem umfassend verbinden zu können. Die so entstandene Synthese op.47 und das Divertimento op.49 sind reine absolute Musik und dennoch in der Deutung der Mittel philosophisch. "Vom Tode" ist aber - nicht nur wegen des konkreten literarischen Inhalts - expressis verbis ein philosophisches Werk und somit kaum mit einer anderen Komposition Karl Schiskes vergleichbar.

 

Unbedingt lesenswert ist Gerhard Winklers Essay "Zurücknahme und Gegenentwurf" (Neue Musik nach 1945: Karl Schiske, S. 255-271). Dieser stellt "Vom Tode" in einen nachdenkenswerten direkten Bezug zu dem 1937 vollendeten "Das Buch mit sieben Siegeln" von Franz Schmidt. Zudem vermittelt der Autor in seiner Teilanalyse dem interessierten Laien eine Ahnung der kompositorischen und inhaltlichen Komplexität von "Vom Tode".

 

"Vom Tode" ist in seiner ergreifenden Aussage und geistigen und kompositorischen Durchdringung den anderen großdimensionierten und thematisch vergleichbaren Werken des 20ten Jahrhundert gleichwertig an die Seite zu stellen. Im Zuge derzeitiger Wiederentdeckungen auf CD könnte dieses Oratorium dem Komponisten erneut zu wachsenden Beachtung verhelfen, da das Kriterium "Modernität" zum Glück immer mehr an Bedeutung verliert.

 

Die zweite Sinfonie op.26 von 1947/48 zeigt musikalisch noch klarer Schiskes Idee der Synthese. Hier erinnert die Tonsprache etwas an Hindemith. Spielfreude und barocke Kompositionstechniken (welche im Spätwerk ganz eigenständige Bedeutung erlangen) sind glücklich in der eingängigen Tonsprache mit einander verbunden.

Der monothematische Kopfsatz hat minimalistische Züge. Der Mittelsatz ist tief empfunden. Das dreisätzige Werk krönt ein verblüffendes Finale, das derart wohl einmalig in der Musikgeschichte da steht: es verbindet Sonatenhauptsatzform mit Scherzo und mit Tripelfuge - alles in einem! Eine faszinierende Synthese aus Spielmusik, Experimentierfreude, Welt der Seele und großer geistiger Konzentration.

 

Zu der Periode mit "Hindemithschen" Klängen gehört auch das dreisätzige Kammerkonzert op.28 von 1948/49. Der raffinierte Einsatz und die vielfältigen Kombinationen der Instrumente lassen dieses spielfreudige und dennoch auch seelentiefe (langsamer Satz) Werk voller und farbiger erklingen als es angesichts der eher kleinen Besetzung zu erwarten wäre.

 

Der Psalm 99 op.30 von 1949 ist für sechstimmigen gemischten Chor gesetzt. Der immer weiter vollzogene Wandel der Tonsprache lässt wieder neue kompositorische Seiten des Komponisten aufscheinen.

 

Die Symphonie Nr.3 op.31 "Pacher-Altar" von 1950/51 ist die "große Symphonie" Karl Schiskes, was die zeitliche Ausdehnung und den Anspruch auf "Größe" im konventionellen und visionären Sinne angeht. Dennoch gibt es hier trotz des außermusikalischen Bezugs (eben den spätgotischen Wandel-Altar von Michael Pacher in der Pfarr- und Wallfahrtskirche in St. Wolfgang) keine Rückkehr zur quasi Romantik. Die thematischen und motivischen Verflechtungen sind noch konsequenter als in der zweiten Symphonie gearbeitet und die Tonsprache ist teilweise betont herb.

 

Das dreisätzige Konzert für Violine und Orchester op.33 von 1951/52 ist ein wahrlich großes Konzert, welches höchste Anforderungen an die Ausführenden stellt - nicht nur was das technische Können des Solisten oder die instrumentale Balance, sondern auch die Durchdringung und Umsetzung des geistigen Inhalts des Werks angeht.

 

Die nachfolgenden Werke gehören zur Übergangsphase in das zwölftönige und streng serielle Spätwerk. Die Sonatine für Violine, Violoncello und Klavier op.34 von 1952 ist streng in der Tonsprache und es gibt keine außermusikalischen Bezüge. Die Freude und Befriedigung des Hörens erwächst aus der Reinheit, der konzentrierten Klarheit der absoluten Musik und dem Melos der Ecksätze. Karl Schiske besitzt die großartige Fähigkeit, den Hörer auch im Komplexen durch Klarheit, Wiedererkennbarkeit des Thematischen und spürbare Seelengestalt der Musik jederzeit mitten im Geschehen zu halten.

 

Die Sonatine für Klavier op.42 (1954) ist in den Ecksätzen rhythmisch vertrackt angelegt. Die Verwendung der Quarten erinnert nochmals an Hindemith, aber auch eine Affinität zu Strawinsky ist hörbar. Der quasi zweiteilige Mittelsatz entfaltet zuerst ein melodisches Geflecht, dann lebt er von dem spannenden Gegensatz von Melos und Rhythmus.

 

Die Symphonie Nr.4 op.44 von 1955/56 geht einen deutlich anderen Weg als die ersten drei Symphonien mit deren Prägung durch die Idee der "großen Symphonie". In der Vierten dominiert mit ökonomisch eingesetzten Mitteln absolut die kompositorische Idee - und die ist mit einem 1ten Satz (Streicher) als Exposition, einem 2ten (Holz, Blech, Schlagwerk) als Durchführung und einem abschließenden 3ten Satz als quasi Reprise mit der unveränderten Übereinanderlegung des 1ten und 2ten Satzes wahrhaft etwas faszinierend Neues - wie es öfters bei Schiske vorkommt.

 

Die Candáda für Sopransolo, gem. Chor und kleines Orch. op. 45 (1956/57) zeigt am Übergang zum späten Stil Schiskes nochmals neue Aspekte der Vielseitigkeit des Komponisten auf. Gern wird auf eine Anlehnung an die Kantaten von Anton Webern verwiesen. Ich persönlich denke aber im Kopfsatz des vierteiligen kurzen Werks auf quasi neu-dadaistische Texte von Herbert Mösslacher eher an "Les Noces" von Strawinsky und den spröden Carl Orff, im vierten Satz an Strawinskys Psalmensinfonie. Dennoch ist das Werk in seiner Eigenheit reiner Schiske.

 

Die Choralpartita für Orgel op.46 (1956/57) hat einerseits retrospektiven Charakter. Das bezieht sich nicht nur auf das Schaffen des Komponisten, sondern die Musikentwicklung schlechthin. Die Überschriften Bicinium und Motet weisen schon darauf hin. Andererseits gibt es auch "serielle Synthesetechniken" (Roman Summereder). Wie so oft findet Schiske für den Hörer eine schöne Brücke - hier mit den populären Melodien "Vom Himmel hoch" und "Mitten wir im Leben sind". Bewundernswert ist auch hier wieder einmal Schiskes Gefühl für "gefühlte Länge": Das Erleben stark variierender Phänomene lässt den Hörer nie ermüden. Das Variationswerk empfindet man wie so manche Komposition des Meisters eher kurz(weilig) denn als zu lang geraten.

 

Der Titel Synthese für vier mal vier Instrumente op.47 (1958) ist wie ein geistiges Programm des Komponierens von Karl Schiske: Verbindungen, Entstehung und Entwicklung aus Zellen, die Wichtigkeit des Spiels mit Zahlen, die Möglichkeiten zu kombinieren, das hoch artifizielle und geistvolle Berechnen und dennoch auch das kindliche Staunen darüber, was mit den "Bauklötzen" alles anzufangen ist - und das Ganze erscheint niemals blutleer und jederzeit sinnlich erfahrbar. Synthese op.47 ist im Grunde - wie auch im Ansatz manches im Spätwerk J.S.Bachs - als kein Werk zu einer "fertigen" Aufführung gedacht, sondern mehr als reine Idee: Hier ist alles quasi unendlich kombinierbar und somit gibt es auch keine nur annähernd festgelegte Aufführungsdauer. Die Kreativität der Spieler ist genauso gefragt wie die Möglichkeiten des Geistes und des Vorstellungsvermögens der Musiker bzw. des Leiters, was für die Ausführung sinnvoll und im Konzerterlebnis für den Hörer als Gestaltung der Musik auch nachvollziehbar ist. Das Werk dauert je nach Ausführenden von wenigen Minuten bis . . .

 

Das Divertimento für 10 Instrumente op.49 von 1963 ist ein, wenn nicht DAS herausragende Meisterwerk in Karl Schiskes Spätwerk. Die serielle Komposition fasziniert unmittelbar sinnlich und ist überraschend leicht verständlich und einprägsam - zumindest zugänglich. Von mathematischer Konstruktion (Fibonaccische Reihe) geprägt erlaubt dieses geniale Stück (ca. 15 Min) dennoch eine musikalische Wahrnehmung mit vielen phantasievollen assoziativen Gestalten: Kontemplation, Natur, Grauen, Witz, Tanz und Groteske fallen mir da spontan außermusikalisch ein. 

Zudem komponiert Karl Schiske im Divertimento op.49 seine Ideen und die musikalischen Phänomene derart klar verständlich (sowohl für rein hörendes Verstehen als auch zum Nachvollziehen anhand der Partitur), sodass dieses Werk zu einem idealen Lehrstück für die serielle Sparte der Musik des 20ten Jahrhunderts gerät und somit für den Gebrauch im Musikunterricht nur wärmstens empfohlen werden kann. Die geringen Anschaffungskosten der kleinen Doblinger Studienpartitur können bei neugierigen Lehrern die Hemmschwelle senken helfen :-)

 

Schiskes letzte vollendete Komposition ist seine fünfte Sinfonie in B op.50 von 1965, in der nochmals die Summe seines Bestreben zur Synthese deutlich wird - hier nicht nur bezüglich des kompositorischen Materials, sondern in den Querverweisen auch auf einige B-Komponisten (Bach, Beethoven, Bruckner, Brahms, Bartok)  - also im Grunde alles westlichen Komponierens an sich. Ein würdiges Testament des großen Komponisten.

 

 

Karl SCHISKE - kommt seine Zeit noch?

 

Alle Kompositionen von Karl Schiske vermeiden Ausuferndes, es gibt schon in den frühen Werken kein "Füllmaterial". Die Tonsprache ist dennoch eingängig und sinnlich. Das starke Streben nach klarer Konstruktion und Verknüpfungen, welches letztlich zur kompromisslosen Synthese und manchmal auch kompositorischen Askese führte, können bei dem einen oder anderen Werk auch den Eindruck von stark "Gewolltem" hervorrufen. Wer eher "viel Worte", wie sie oft in der Romantik gemacht wurden liebt, wird mit dieser konzentrierten und "ideenreich gebauten" Musik, welche am meisten durch die hohe eigene Aufmerksamkeit des Hörers gewinnt, wohl wenig abgewinnen können. Vielleicht ist das der Preis des Wegs konsequenter Suche und Umsetzung von Wahrhaftigkeit. Leider war es Karl Schiske nicht mehr vergönnt, seine Musik geprägt vom abgeklärten Licht des Alters zu erzählen.

 

In den fünf Sinfonien, zwei Konzerten, Klavier- und Kammermusik, Lieder, Chormusik und dem großen Oratorium "Vom Tode" kann man so viel Abwechslung und zudem unterschiedliche Stile und neue individuelle Ideen finden, sodass es verblüfft, das dieser Komponist nicht stärker im Bewusstsein unserer Musikwelt angekommen ist. Zudem prägte Karl Schiske durch seine Professur als Kompositionslehrer, welche er im Grunde noch über seine Tätigkeit als Komponist stellte, eine ganze Generation an jungen Komponisten in Österreich und auch weit über die Landesgrenzen hinaus.

 

Wie kann es also sein, dass dieser Komponist fast vergessen ist und sogar seine Hauptwerke so selten gespielt werden? Selbst im Jahr 2016, seinem hundertsten Geburtsjahr, ist keine einzige CD mit Werken des Jubilars auf dem Markt erschienen!

 

Vielleicht - weil Karl Schiske immer bescheiden war und sich nicht in den Vordergrund drängte. Er lebte gern zurückgezogen und sein Komponieren fand sowieso "fernab in den Bergen" statt. Das war dann ein langes und zähes Ringen um Geschlossenheit und Reinheit der Umsetzung des neuen Werks. Im letzten Jahrzehnt seines Lebens vergingen oft Jahre, bis er ein weiteres Werk veröffentlicht hat. 

 

Vielleicht - weil ihm seine Kompositionsschüler und die musikalische Entwicklung des Landes Österreich wichtiger waren als sein eigenes kompositorisches Schaffen. So verschlossen er privat als Mensch war: Im Musikalischen war Schiske immer neugierig auf den Diskurs, das "anders sein" jedes einzelnen seiner Studenten, welche er nie dazu verleiten wollte, so zu komponieren wie er es tat. Sein Ehrgeiz war vielmehr mit zu helfen, dass jeder sich selbst entdecken und entfalten konnte und kann.

 

Vielleicht - weil er unzufrieden war mit dem Umgang mit der vermeidlichen Tradition und den Auswirkungen auf die allgemeine Musikerziehung und das Musikleben - und diese erkannten Missstände auch klar aussprach. Nicht wörtlich zitiert, aber sinngemäß: "In Österreich gibt es - im Vergleich mit den USA - zu wenig Mut für Neues, zu wenig Uraufführungen und ganz besonders zu wenig Nachhaltigkeit - also dieselben neue Stücke auch öfters aufs Programm zu setzen, damit das Publikum sich daran gewöhnen kann". 

 

Vielleicht - weil er von Anfang an immer mehr zur Reinheit, zum Absoluten (also im Grunde Mathematischen) der Musik strebte. Das machte ihn in den Dreißigern nicht attraktiv oder populär, dann kam der 2.Weltkrieg und nach dem Krieg war die bleierne Kulturpolitik noch längst nicht abgelegt. Er hätte, um breiter reüssieren zu können, noch die 70ziger und 80ziger Jahre erleben müssen.

 

Vielleicht - und das ist das Traurigste und Tragische - weil er mit 53 Jahren einfach zu früh starb, um ein starkes Netzwerk bilden (wohl mehr die Aufgabe seines Umfelds) und in dem musikalisch neu Gefundenen seinen ganz reifen Stil entwickeln zu können. Aber vielleicht wäre Karl Schiske auch mit 70 und 80 noch nicht kompositorisch "angekommen", da er seine unbändige Neugierde auf das Neue und Ungesagte weiterhin nicht abgelegt hätte? Und war er nicht sowieso immer "angekommen", da er ja jederzeit das umsetzte, was ihm im Augenblick als das Richtige und zwingend Notwendige erschien? Dass er die Fähigkeit und auch den Willen hatte, für den Hörer zu schreiben, hat er in manchen Werken wie "Vom Tode" hinlänglich bewiesen. Das Divertimento op.49 - ein Stück, das Vergnügen bereiten soll und es auch wahrlich tut! - lässt ahnen, dass Schiske ein Komponist geworden wäre, der die serielle Musik, in welcher er ebenso Schönheit, Expressivität und Sinnlichkeit der Musik ausdrücken konnte, vielen Musikliebhabern hätte näher bringen können.

 

Vielleicht . . .     und:  was wäre gewesen, wenn . . .

 

Es ist nun mal so wie es ist.

 

Erfreuen wir uns an dem, was Karl Schiske uns zur Freude und zur Anregung hinterlassen hat.

 

2019 ist ja das fünfzigste Todesjahr. Vielleicht gibt es ja dann mehr Aufmerksamkeit und Veröffentlichungen!

 

Auf meiner Seite hier versuche ich einen kleinen Lichtblick für alle diejenigen zu setzen, die neugierig auf und offen für die Musik von Karl Schiske sind - und welche Musik als eine Herausforderung ansehen. Allen denen, die meinen bei Schiske doch wohl nur die Vergangenheit zu hören, rate ich: Schauen, hören und erleben Sie selbst, wie lange es dauert und wie viel geistige (und seelische!) Auseinandersetzung es benötigt, bis solch ein Werk wie die Vierte Symphonie oder das Divertimento wirklich verinnerlicht und in seiner Fülle erlebt ist - und welch große Befriedigung und eigene Entwicklung dieser Prozess der Aneignung bringt, gerade weil er auch mühevoll ist!

 

AUFRUF

 

Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben und beim Ankommen der Werke von Schiske in der lebendigen Musikwelt mithelfen können und wollen: 

 

Informieren Sie mich über eventuelle Quellen oder Bezugsmöglichkeiten bezüglich Konzert-Mitschnitten oder stellen Sie mir Ihren selbst erstellten Mitschnitt / Tonträger zur Verfügung, damit ich einen möglichst optimalen CD-Transfer erstellen kann! Es existieren einige Aufnahmen beim ORF (Österreichischer Rundfunk)! Auch lagern in der Östereichischen Nationalbilbliothek Tonbänder, Kassetten und CDs.

 

Ich stelle hier auf meiner Seite für Liebhaber und Interessierte Stück für Stück Werke als Audiodatei ein, so dass jeder die wunderbare Musik von Karl Schiske auch hören kann! Zudem ist mir ein liebevolle Herausgabe wichtig. 

Was nützt es, wenn die Tondokumente in diversen Bibliotheken oder Archiven kaum genutzt liegen oder nur für Wissenschaftler / Musikstudenten zugänglich sind? Der "normale" aufgeschlossene Hörer, den Karl Schiske mit seinen Kompositionen ansprechen wollte, sollte diese auf einfachem und unmittelbarem Wege erleben können!

 

Literatur über Karl Schiske

Karl Schiske

 

Aus der Serie: Österr. Komponisten des XX. Jahrhunderts - Band 16

 

von Karlheinz Roschitz

 

Gebundene Ausgabe: 64 Seiten, 1970

 

Verlag: Österr. Bundesverlag

Sprache: Deutsch

ASIN: B001O94OAI

 

 

 

 

 

Sehr lesenswert. Klar und leicht verständlich geschrieben - und doch mit interessanten Gedanken und kürzeren oder längeren Analysen mancher Werke. Das Büchlein macht definitiv Lust darauf, mehr zu erfahren und besonders: zu hören!

 

 

Österreichs Neue Musik nach 1945: Karl Schiske (Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte)

 

Gebundene Ausgabe – 17. Juni 2008

 

von Gottfried Scholz, Markus Grassl, Eike Rathgeber, Reinhard Kapp

 

Gebundene Ausgabe: 609 Seiten

 

Verlag: Böhlau Wien (17. Juni 2008)

 

Sprache: Deutsch

 

ISBN-10: 3205994914

ISBN-13: 978-3205994916

Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 4,3 x 25,2 cm

 

Als "Folge" nach dem Lesen des Roschitz-Buch findet sich hier eine Fülle an Gedanken und Einzelaspekten! Der Umfang der Zusammenstellung von Dokumenten des Komponisten (z.B. Analysen), mancher seiner Schüler und anderer, die sich intensiv mit Schiskes Werk beschäftigt, haben mag anfangs abschrecken, aber es sind in sich abgeschlossene Kapitel, welche jeweils einen speziellen Punkt behandeln. Zusätzlich zu Karl Schiske und seinem Werk erfährt man einiges über das österreichische Musikleben und Österreich rund um die Zeit des zweiten Weltkriegs und danach.

 

CDs mit Werken von Karl Schiske

 

- Mitschnitte als CD-Transfer  (Transfer JW, nur privater Backup)

 

Karl Schiske:

 

Sextett für Klarinette, 2 Violinen, Viola, Cello u Klavier  op. 5
Oliver Darnhofer, Klarinette

Chih Hong Tseng, Violine

Maria Ivanova Boneva, Violine

Annamaria Kowalsky, viola

Liina Leijala, Violoncello

Yu Tung Pan, Klavier

QUELLE:  Video (Mediathek mdw)

 

1. Konzert für Streichorchester  op. 14

ÖGZM  Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik

QUELLE:  Ton 4 Records (Download)

 

Rhapsodie  für Klavier  op. 20

Margarethe Babisnky, Klav.

QUELLE:  Video (YouTube)

 

Sinfonie Nr. 2  für Orchester  op. 26

Peter Erös / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt einer Rundfunkübertragung des ORF)

Partiturleser: die partiturorientierten Tracknummern bei op.26 haben direkten Bezug zum Text der CD 

 

HÖRBEISPIEL 28 MIN - Karl Schiske: Sinfonie Nr.2 op.26 (Erös / NÖ Tonkünstlerorchester)
mp3-Datei - Karl Schiske: Sinfonie Nr.2 op26 (Peter Erös / NÖ Tonkünstlerorchester 1974). Privater Aircheck ORF. Die originale CD meines LP-Transfers ohne Datenkomprimierung klingt noch besser.
Schiske Sinf Nr.2 op.26 (Erös)_mp3.mp3
MP3-Audiodatei [62.9 MB]

 

ZUM WERK:

 

Zweite Symphonie op. 26

Der erste Satz ist ein fließendes tokkatenartiges Präludium. Es ist einthematisch unter Anwendung des doppelten Kontrapunktes angelegt. Durch diatonische Linearität ergeben sich dissonante Reibungen.

Im zweiten Satz wird ein breit ausschwingendes Adagiothema der Streicher (1. und 2. Violinen) mit einem fließenderen und mehr rhythmisierten Holzbläsersatz konfrontiert, dessen Flötenthema aus dem Hauptthema des ersten Satzes gewonnen ist. Die Wiederkehr des Streicherthemas In den Violoncelli und Bratschen, dann mit Imitation in der Solo-Violine und darauf im Tutti der 1. Violinen, bringt eine großangelegte Steigerung durch die Streicher, auf deren Höhepunkt (gis³) das Blech mit dem Rhythmus der Begleitung des 2. Themas - als Annäherung der beiden gegensätzlichen Charaktere - einsetzt und weiter steigert, bis die Entwicklung dissonant abreißt und der Flöte für den Solo-Abgesang de 2. Themas Raum gibt. Resignierend tritt das Adagiothema - wieder allein - zum letztenmal in der ursprünglichen Gestalt in den Bratschen auf und beschließt den Satz im Rhythmus des 2. Themas.

Erst dem dritten Satz ist die Vereinigung der Gegensätze und damit die Synthese der drei Sätze der Symphonie vorbehalten. Dieses Finale stellt eine weitgehend modifizierte Sonatenform dar: eine neuartige Kombination von Sonaten-, Rondo- und Fugenform. Das fanfarenartige Hauptthema, welches aus den Intervallschritten des Tokkatenthemas des 1. Satzes gebaut ist, wird zuerst von der Oboe - bzw. dann im Fagott - vorgetragen. Es schließt gleich eine Entwicklung und Durchführung an, die am Höhepunkt plötzlich unterbrochen wird, um im Holzbläserchoral dem Seitenthema Raum zu geben, das eine Umkehrung des Adagiothemas aus dem 2. Satz darstellt. Genau so plötzlich wie er eintrat, verschwindet dieser Seitengedanke wieder durch die ff nach der Unterbrechung fortsetzende Durchführung, welche nach Kontrasten und weiterer Steigerung in die Reprise des Seitenthemas, diesmal im wuchtigen Blechbläserchoral, mündet. Nach dem Schlussakkord dieses Chorals setzt das Hauptthema wieder - als ob nichts geschehen wäre - auf g in der Flöte zum Pizzicato der Violinen mit seiner Reprise ein, welche sich langsam zu einer Fuge entwickelt, in deren Verlauf zum Hauptthema des 3. Satzes das Thema des 2. Satzes und das das Thema  des 1. Satzes in einer kontrapunktischen Kombination hinzutritt . . . und zum Schluss erklingen in kontrapunktischer Kombination viermal alle drei Themen der Symphonie gleichzeitig . . . und der Hörer weiß nun, das er als krönenden Abschluss des Werkes eine Tripelfuge zu Gehör bekam. Mit Akkorden des Blechbläserchorals aus dem Seitenthema schließt das Werk in triumphaler Steigerung.

Karl Schiske

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Die Klangqualität der Tonspur der Video-Aufnahme der Aufführung des Sextetts op. 5 ist ausgezeichnet. Eine minimale Absenkung im mittleren und im Diskant Tonbereich diente einer noch klareren Durchhörbarkeit verhalf zu einem wärmeren Klangbild.

 

Der Internet-Download des 1. Kammerkonzert für Streichorchester op. 14 der ÖGZM ist klanglich äußerst spöde abweisend: dünn, unsinnlich und ohne jeglichen Raumklang, zudem mit extrem kurzen einsekündigen Pausen zwischen den Sätzen. Eine Angleichung des Frequenzbandes (Anhebung der Bässe, Absenkung der obersten Frequenzen), die Zugabe von etwas Raumklang und zudem angemessene Pausen zwischen den Sätzen lassen diese offensichtlich sehr klein besetzte Aufführung musikalisch wesentlich schlüssiger und angenehmer klingen.

 

Für die hier vorliegende Aufführung der Rhapsodie für Klavier op. 20 diente der bei YouTube eingestellten monaurale Video-Mitschnitt als Quelle. Leider ist durch die dort verwendete Komprimierung die Klangqualität so eingeschränkt, dass das Entfernen der unschönen und klirrenden Artefakte ein Klangbild ergab, welches dem von Schellackaufnahmen aus den dreißiger jahren samt quasi "Granulat-Rauschen" zum vewechseln ähnlich klingt. So ist aber der Klang zumindest natürlich und wirkt nicht verfremdet.

 

Die Aufnahme der 2ten Sinfonie op.26 mit peter Erös ist nicht im Archiv der Österreichischen Nationalbibliothek gelistet, liegt aber anscheinend in der Mediathek.at als mp3-Datei von Tonband digitalisiert vor. Das online zugängliche Hörbeispiel lässt jedoch erahnen, dass die vorgenommene Digitalisierung dem Mitschnitt manches an Kraft und Farbigkeit genommen hat. Somit ist der hier vorliegende klanglich akzeptabler Mitschnitt einer ORF-Rundfunkübertragung derzeit anscheinend eine echte Alternative. Es ist eine vitale spielfreudige Aufführung, welche aber auch die Grenzen des damaligen NÖ Tonkünstlerorchesters aufzeigt. Die Auführung mit Milan Horvat ist eine weniger klar analytisch ausgelegte Alternative.

 

Karl Schiske:

 

Kammerkonzert für Orchester  op. 28

Friedrich Cerha / Das ORF Symphonieorchester

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt einer Rundfunkübertragung des ORF)

 

Sinfonie Nr. 3  für Orchester  op. 31

Stefan Soltesz / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt einer Rundfunkübertragung des ORF)

 

Divertimento  op. 49

Erich Urbanner / Das Innsbrucker Streichquartett und Solisten

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt einer Rundfunkübertragung des ORF)

Partiturleser:  Tracknummern von op. 49 orientieren sich an der Partitur - Track von Nr.4 ist zwei Take früher

 

 

ZU DEN WERKEN:

 

Über das Kammerkonzert und die 3. Symphonie

Das Kammerkonzert op.28 (1948/49) und die III. Symphonie op.31 (1959/51) repräsentieren deutlich meine stilistischen und formalen Tendenzen: Lineare Polyphonie, die alle Dimensionen aus dem Geist der Zeit neu erfüllt und in engeste Relation zu einander setzt. Dazu werden nötigenfalls auch Reihen und andere Ordnungen herangezogen. Alle neuen Möglichkeiten gegenüber vorurteilslos offen, ohne sich einer Technik kritiklos ganz zu verschreiben. Forderungen nach unbedingter Klarheit und übersichtlicher Ordnung. Streben nach persönlicher Aussage.

In formaler Hinsicht herrscht in beiden Werken der von mir seit dem Sextett op.5 entwickelte Grundsatz der Steigerung, zu dessen Verwirklichung ich hier als ersten Satz ein präludien– bzw. tokkatenartig bewegtes Einleitungsstück hinstelle, im folgenden 2. Satz eine Vertiefung durch die Gewalt des Melos eine bereits mehr gegliederte Form schaffe (im Kammerkonzert Variationen mit zwei Themen, in der 3. Symph. solche mit einem Thema) und im letzten Satz den formalen Höhepunkt durch die größte und reichste Form zu erreichen suche (im Kammerkonzert durch ein Rondo mit Durchführung; in der 3. Symph. durch ein neuartige Sonatenform, bei der dem 1. Thema - das zuerst alleine auftritt - in der Folge das zweite Thema im doppelten und dann das zweite und dritte Thema im dreifachen Kontrapunkt sich zugesellen: darauf folgt die Durchführung und die Reprise mit den Themen 1 u. 2, 1, 2, 2 u. 3 und als Zusammenfassung mit dem 1. Satz zu der Kombination aller drei Themen des 3. Satzes noch das Einleitungsthema des 1. Satzes).

Übrigens ist das Prinzip, jeden Kontrast durch die nachfolgende Vereinigung (kontrapunktische Kombinationen, instrumentale Mischung etc.) der gegensätzlichen Elemente im Sinne einer höheren Einheit zu motivieren, auch im Großen formal durch Übereinanderschichtung (Zusammenfassung) des wesentlichen Themenmaterials gegen Schluss der einzelnen Sätze und am Schluss jedes der beiden Werke strikte durchgeführt. Überdies entstammen aber die einzelnen Themen z.T. noch den gleichen Wurzeln. — Dadurch soll das Gefühl der Einheit, der Ordnung und der Notwendigkeit verstärkt und der Anteil des Zufälligen möglichst weitgehend ausgeschaltet werden.

Karl Schiske

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Die auf dieser CD zu hörenden Aufnahmen von Werken Karl Schiskes (op. 28, op. 31, op. 49) sind allesamt Mitschnitte von ORF-Rundfunkausstrahlungen der letzten Jahrzehnte, welche mir vor kurzem dankenswerter Weise durch einen engagierten Musiksammler zur weiteren Überarbeitung zur Verfügung gestellt wurden. Das Kammerkonzert op. 28 und die Dritte Symphonie op. 31, beides markante und wichtige Werke der "mittleren Schaffensperiode" des Komponisten, lagen und liegen in keiner Einspielung auf dem Markt vor.

 

Der CD-Transfer der einfachen digitalen Kopien der MCs erforderte eine sehr ambitionierte Herangehensweise - besonders in der musikalischen Entscheidungsfindung, welchen möglichen Klanglichkeiten in der Angleichung des Frequenzganges angesichts des vorhandenen Materials der Vorzug zu geben sei, um ein möglichst intensives und natürliches Hörerlebnis zu ermöglichen.

Abgesehen von den bei solch privat bespielten älteren Musikkassetten zu erwartenden üblichen Mängeln wie erhöhtem Bandrauschen und leichten Dropouts, in der Intensität instabilen Rechtlinks-Kanälen durch eine diskontinuierliche Substanz des Bandmaterials, unausgewogenen nichtlinearen Frequenzgang, 50Hz-Brumm und  schlechte Pegelung kommen noch weitere Punkte:

Deutlich wahrnehmbare Verzerrungen durch Übersteuerung in der Dritten Symphonie im heftig dissonanten vierstimmigen f Trompeten- und Posaunensatz und unbearbeitet ein insgesamt eher schrilles, da bass-schwaches Klangbild. Letzeres konnte deutlich verbessert und somit ein natürlicherer Orchesterkörper mit mehr Klangfarben und auch ein schönerer Raumklang dargestellt werden. So stellt sich diese Aufnahme - abgesehen von den im ff etwas verzerrten Stellen - als klanglich sehr präsent, farbig und frisch dar.

Die Aufnahme des Kammerkonzerts hat tendenziell ein eher dumpfes Klangbild, welches ich zwar etwas aufhellen konnte, dessen Abbildung in den Höhen aber etwas fragil ist. Zudem gibt es hie und da tolerable Geräuschimpulse im Bassbereich.

Insgesamt gesehen sind alle drei (vom ORF übrigens sehr gut aufgenommenen!) Stereo-Mitschnitte durchaus detailreich, gut zu hören und auch zu genießen - wenn man die tolerablen Schwächen der MC-Quelle akzeptiert.

 

Übrigens: Der klanglich sehr ordentliche Mitschnitt des Divertimento op. 49 mit dem Dirigenten Erich Urbanner ist nicht identisch mit der Aufnahme auf der durch den ORF veröffentlichen CD (CD 3028) mit demselben Dirigenten (mit anderen Ausführenden). Die beiden Aufführungen sind sowohl interpretatorisch als auch vom Klang der Aufnahme her sehr unterschiedlich.

 

Noch eine Anmerkung zu optischen Aufmachung der CD:

Die vertikal vierfach farbig abgestufte Covergestaltung bezieht sich wie das Divertimento op. 49 von Schiske auf die Fibonaccische Reihe bzw den Goldenen Schnitt und zeigt optisch dieses ästhetische Ideal viermal: zweimal von links nach rechts und (quasi als Spiegel oder musikalisch ausgedrückt Krebs) zweimal von rechts nach links.

 

Karl Schiske:

 

1. Konzert für Streichorchester  op. 14

Z. Deak / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt der Rundfunkübertragung des ORF)

 

Konzert für Violine und Orchester  op. 33

Hiro Kurosaki, Vn. / Karl Etti / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester.

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt der Rundfunkübertragung des ORF)

 

Sinfonie Nr. 4  für Orchester  op. 44

Hans Swarowsky / Das Orchester des Österreichischen Rundfunks

QUELLE:  MC MONO (Privater Mitschnitt der Rundfunkübertragung des ORF)

 

Schiske Sinfonie Nr.4 op.44 (Swarowsky / Orch.d. Österr. Rundfunks) (18:00 min)
Karl Schiske: Sinfonie Nr.4 op.44 (Hans Swarowsky / Orchester des Österreichischen Rundfunks - 11.März 1962) (18:00 min)
Schiske op.44 (Swarowsky 11.3.1962) +1,5[...]
MP3-Audiodatei [41.4 MB]

Der Download bis zum Abspielen der Musik dauert u.U. einige Minuten

 

ZU DEN WERKEN:

 

Konzert für Violine und Orchester Streichorchester  op. 33  (1951/52)

Das Violinkonzert op. 33 ist 1951/52 in Wien, Orth/Donau und Groß Sölk entstanden und meinem Freunde und ehemaligen Schüler Manfred Nedbal gewidmet. Im Gegensatz zu der unmittelbar vorher vollendeten dritten Symphonie, die einen großen Apparat benötigt, habe ich das Violinkonzert für kleines Orchester mit der Besetzung (1 Fl., 1 Ob., 1Klar., 1 Fag., 2 Hrn., 1 Trp., 1 Pos., Pauken und Schlagwerk, Streicher) konzipiert. Der erste Satz (schnelles Allegro) ist präludienartig-monothematisch mit verschiedenen Entwicklungen, Durchführungen und variierten Reprisen angelegt. Der Violine ist ein sehr geigerischer Part überantwortet . . . Mit rhythmischen Finessen - z.T. zu Pauke oder Militärtrommel allein. Im zweiten (langsamen) Satz wird das großbogige, ausdrucks– und spannungsreiche Thema der Solovioline mit der alten Melodie Heinrich Isaacs „Innsbruck ich muss dich lassen“ konfrontiert, beide nebeneinander entwickelt, gesteigert und zum Schluss in einem klagenden Abgesang kontrapunktisch vereint. Der dritte (sehr rasche) Satz ist ein siebenteiliges Rondo mit zwei Themen, in dessen Mittelteil die Solovioline die Umkehrung des Hauptthemas aus dem langsamen Satz bringt und dessen Coda eine kontrapunktische Vereinigung aller Themen des Konzertes darstellt, einschließlich des von der Trompete intonierten Innsbruckliedes aus dem zweiten Satz.

Karl Schiske

 

Meine IV. Symphonie für großes Orchester op. 44 ist 1955 in Wien und Orth an der Donau in Niederösterreich entstanden. Das Werk ist dreisätzig, obwohl die Partitur bei oberflächlicher Betrachtung nur einsätzig zu sein scheint. Wenn die Partitur nämlich von allen Spielern: Holzbläsern, Blechbläsern, Schlagwerk und Streichern gleichzeitig ausgeführt wird, so erklingt der dritte Satz.

Der erste Satz besteht aus dem Streicherpart allein und stellt die Exposition der über alle drei Sinfoniesätze sich erstreckenden Sonatenform dar. Der zweite Satz wird nur von Holzbläsern, Blechbläsern und Schlagwerk ausgeführt und verkörpert die Durchführung der Sonatenform. Im dritten Satz wiederholen die beiden großen Gruppen Bläser mit Schlagwerk und Streicher Note für Note das bereits in Exposition und Durchführung getrennt nacheinander Ausgeführte nun in kontrapunktischer Kombination gleichzeitig, und gestalten damit die Reprise der Sonatenform.

So kompliziert dieses in meiner IV. Sinfonie erstmalig so konsequent angewendete Verfahren kompositionstechnisch auch scheinen möge, so natürlich, so lapidar ist dieses Kompositionsprinzip und die daraus resultierende formgestaltende Wirkung. Denn seit jeher hat der schaffende Künstler in allen Kunstarten zwischen den beiden Gestaltungsextremen Analogie und Kontrast auch die verbindende Mitte des analogen Kontrasts, des beziehungsvollen Gegensatzes also, gesucht und mit Glück als Mittel einer verbindenden, vereinheitlichenden Formungslogik angewendet.

 

Ich selbst kann rückblickend in meinem bisher 50 Werke umfassenden Schaffen diese Tendenz in immer gesteigertem Maße nachweisen. Ist es z.B. in meinem Sextett op. 5 (1937) noch ein abgerundetes Zurückgreifen auf das Material des ersten Satzes zum Abschluss des letzten, so steht am Schluss des Klavierkonzertes op. 11 bereits eine Tripelfuge, in der die Hauptthemen der drei Sätze am Schluss kontrapunktisch zusammengefasst werden. Ähnlich im Oratorium „Vom Tode“ op. 25 und in der II. Sinfonie op. 26, nur dass dort die gesamte Thematik bereits mehr aus einem einheitlichen Grundmaterial besteht. In der III. Sinfonie op. 31 ist es nicht mehr das Prinzip der Tripelfuge im engeren Sinne, sondern es werden verschiedene Komplexe, die in mehrfachem Kontrapunkt kombiniert sind, übereinander geschichtet. In der IV. Sinfonie ist wohl ein markanter Punkt dieser Entwicklung erreicht. Es ist für den Hörer sicherlich interessant, schon vor der Aufführung Kenntnis von dem Bauprinzip der Sinfonie zu haben, jedoch ist das Werk so konzipiert und instrumentiert, dass die Struktur sich dem Hörer von selbst klar erschließen soll und er selbst die Vereinigung der beiden kontrastierenden instrumentalen und formalen Gruppen zu einer höheren Einheit zu entdecken vermag. Diese angestrebte Einheit wird übrigens durch die dem Werk in allen seinen Teilen zugrunde gelegte Zwölftonreihe verstärkt, indem so der besonders durch die Instrumentation Streicher / Bläser verschärfte Kontrast zwischen dem ersten und zweiten Satz auf diese Weise bereits in einen beziehungsvollen Gegensatz gewandelt wird. Diese Zwölftonreihe wird zu Beginn des Werkes in der Einleitung der Exposition im Ostinato der Kontrabässe vorgestellt, dann in den Violinen rhythmisch zum Hauptthema profiliert und danach im Seitenthema zum Gesang erhoben. Von der Mitte des Gesangsthemas läuft der erste Satz krebsförmig, Schlussgruppe und Ausklang der Exposition bildend, wieder in seinen Ursprung zurück.

Im zweien Satz, der Sonaten-Durchführung, wird das Material der Exposition von Bläsern mit Schlagzeug in großangelegter Steigerung verarbeitet. Die gleichzeitige Wiederholung von Exposition und Durchführung im dritten Satz stellt eine gesteigerte, variierte Form der Sonatenreprise dar.

Karl Schiske

Hier die Reihe der Vierten Sinfonie:

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ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Die auf dieser CD zu hörenden Aufnahmen von Werken Karl Schiskes (op. 14, op. 33, op. 44) sind allesamt Mitschnitte von ORF-Rundfunkausstrahlungen der letzten Jahrzehnte, welche mir vor kurzem dankenswerter Weise durch einen engagierten Musiksammler zur weiteren Überarbeitung zur Verfügung gestellt wurden. Das Violinkonzert op. 33 und die Vierte Sinfonie op. 44, ersteres ein wichtiges Werk der "mittleren", zweitere quasi die sinfonische Eröffnung der "späten" Schaffensperiode des Komponisten, lagen und liegen in keiner Einspielung auf dem Markt vor.

 

Der CD-Transfer der einfachen digitalen Kopien der MCs erforderte eine sehr ambitionierte Herangehensweise - besonders in der musikalischen Entscheidungsfindung, welchen möglichen Klanglichkeiten in der Angleichung des Frequenzganges angesichts des vorhandenen Materials der Vorzug zu geben sei, um ein möglichst intensives und natürliches Hörerlebnis zu ermöglichen.

Abgesehen von den bei solch privat bespielten älteren Musikkassetten zu erwartenden üblichen Mängeln wie erhöhtem Bandrauschen und leichten Dropouts, in der Intensität instabilen Rechtlinks-Kanälen durch eine diskontinuierliche Substanz des Bandmaterials, unausgewogenen nichtlinearen Frequenzgang, 50Hz-Brumm und  schlechte Pegelung kommen noch weitere Punkte:

Die MC-Wiedergabe der Aufnahme des 1. Konzerts für Streichorchester hatte ursprünglich ein sehr dumpfes Klangbild, welches ich in Maßen so aufhellen konnte, dass nun mehr Details und Klangfarben der schönen und runden Aufführung (im Ansatz und Ausführung völlig verschieden zu der im Internet downloadbaren ÖGZM VÖ)  zu hören sind.

Die MC mit dem Violinkonzert zeigt unbearbeitet ein insgesamt eher schrilles, da bass-schwaches Klangbild, was besonders in der Darstellung der Solo-Violine einen unangenehm angestrengten Klang ergibt. Der Frequenzgang konnte aber doch so angeglichen werden, dass sowohl Solist als auch Orchester nun in einem deutlich natürlicheren Klangbild zu hören sind. So wird erlebbar, das die Aufnahme der sehr guten Aufführung und auch die MC-Konservierung doch wirklich gut gelungen sind.

Der monaurale Mitschnitt (1962) der Vierten Sinfonie ist für MC-Verhältnisse quasi perfekt! Auch eine offizielle Veröffentlichung des ORF vom Originalband (wenn überhaupt noch existent!) dürfte wohl kaum besser klingen: Ein ausgewogener Frequenzgang, keinerlei Störungen, stabiler farbig differenzierter natürlicher kraftvoller Klang. Aber auch die beiden (vom ORF sehr gut aufgenommenen!) Stereo-Mitschnitte sind gut hörbar und auch zu genießen (besonders das Violinkonzert) - wenn man die tolerablen Schwächen der MC-Quelle akzeptiert.

 

Karl Schiske:

 

Sinfonie Nr. 2  für Orchester  op. 26

Milan Horvat / Zagreber Philharmonie

QUELLE:  MC MONO (die letzten 8:30 min in Stereo) (Privater Mitschnitt der Rundfunkübertragung des ORF)

 

Divertimento für zehn Instrumente  op. 49

Kurt Schwertsik / Kammermusikvereinigung des ORF

QUELLE:  LP STEREO LP 10031 Austro Mechana Stereo (1 LP)

Partiturleser:  Tracknummern von op. 49 orientieren sich an der Partitur - Track von Nr.4 ist zwei Take früher

 

Divertimento für zehn Instrumente  op. 49

Erich Urbanner / Das Innsbrucker Streichquartett und Solisten

QUELLE:  MC STEREO (Privater Mitschnitt der Rundfunkübertragung des ORF)

Partiturleser:  Tracknummern von op. 49 orientieren sich an der Partitur - Track von Nr.4 ist zwei Take früher

 

Divertimento für zehn Instrumente  op. 49

Erich Urbanner / die reihe

QUELLE:  CD STEREO ORF CD 3028 (1 CD)

Partiturleser:  Tracknummern von op. 49 orientieren sich an der Partitur - Track von Nr.4 ist zwei Take früher

 

ZUM WERK:

 

Divertimento für 10 Instrumente op. 49  (Transformationen im goldenen Schnitt für 2 + 3 + 5 Instrumente)

1963 im Auftrage des Wiener Kunstfonds entstanden, ist das Werk nach der sogenannten Fibonacchischen Reihe 2, 3, 5, 8, 13, 21 etc., in der jede Zahl mit der Summe der beiden vorhergehenden identisch ist und aus der sich die ganzzahligen Annäherungswerte zum goldenen Schnitt ergeben, weitgehend durchorganisiert. Schon die Auswahl der Instrumente basiert auf diesem Organisationsprinzip: zwei Holzblasinstrumente (Klarinette, Fagott), drei Blechblasinstrumente (Horn, Trompete, Posaune), fünf Streichinstrumente (2 Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass), aber auch die Anlage der Zwölftonreihe und zudem in gewissen Grenzen Metrum, Rhythmus, Klangfarbe, Dichte, Form und sogar Dynamik. Da dieses Organisationsprinzip nicht nur eine strenge Logik in sich birgt, sondern eminente sinnfällige künstlerische Gestaltungsmöglichkeiten offen lässt, ergibt es eine gesunde und der musikalischen Vorstellungswert Schiskes adäquate Grundlage für die Komposition. Dabei legt der Komponist Wert darauf, dass die Strukturen musikalisch hörbar werden und die Realisierung der 10 kurzen variationenartig angelegten Sätze Musiker und Hörer unterhalten soll.

 

Divertimento für 10 Instrumente  op. 49  (1963)

1. Thema   

2. erste Variation   

3. zweiteilige bar– oder Liedform mit iso-rhythmischen Verhältnissen   

4. zweite Variation (Track-Nummer ist jeweils am zweitletzten Takt des vorhergehenden dritten Stücks gesetzt) 

5. Sonatenform en miniature   

6. Partita (3teilig)   

7. Canon (rectus et inversus, in direktem und krebsförmigem Motus)   

8. Walzer (Scherzoform mit dreiteiligem Trio, Scherzo da capo)   

9. dritte Variation   

10. Finale, Stretta (in direktem und krebsförmigem Motus), mit liegendem Ostinato (verso diritto e contrario). Im Zentral– und Schnittpunkt ist das Finale durchbrochen vom „Schlüssel“-Teil der musikalischen Konstruktion:

Der fibonaccischen Reihe.

 

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

. . . aus der Not eine Tugend machen

 

Für diese CD lag an noch unverarbeitetem Tonmaterial von Aufnahmen von Schiskes Werken nur ein privater Mitschnitt einer ORF-Übertragung der Symphonie Nr. 2 op. 26 in einer Aufführung mit Milan Horvat vor. Somit war für eine vollbespielte CD noch 45 Minuten Freiraum vorhanden.

Die direkte Gegenüberstellung drei verschiedener Aufführungen des viertelstündigen Divertimentos op. 49 kann angesichts der herausragenden Bedeutung dieses wichtigen Werks des 20ten Jahrhunderts ein reizvolles Unterfangen sein. Zudem ist die hier mit verwendete ORF-CD aus uneinsichtigen Gründen nur in einem Track produziert worden. Ich habe Tracknummern hinzugefügt und den Klang noch optimieren können.

Zudem ist da der kräftige Kontrast zur 25 Jahre früher entstandenen Zweiten Symphonie: denn das Divertimento Op. 49 steht am Ende von Schiskes konsequenter Entwicklung, die Zweite Symphonie op. 26 zeigt sinfonisch die meisterlichen Grundlagen dieses Wegs.

 

Karl Schiske:

 

Variationen über ein eigenes Thema für Orgel op.10

Roman Summereder (Orgel)

Quelle:  CD STEREO CD SW 010226-2

 

Toccata für Orgel  op. 38

Renate Sperger (Orgel)

Quelle:  CD STEREO CD Gramola 98806

 

Triosonate für Orgel  op. 41

Renate Sperger (Orgel)

Quelle:  CD STEREO CD Gramola 98806

 

Choralpartita für Orgel  op. 46

Renate Sperger (Orgel)

Quelle:  CD STEREO CD Gramola 98806

 

Choralpartita für Orgel  op. 46

Andreas Juffinger (Orgel)

Quelle:  CD STEREO  ORF-CD 3026

 

Synthese für vier mal vier Instrumente op. 47

Peter Keuschnik / Ensemble Kontrapunkte

QUELLE:  CD STEREO ORF CD 3028 (1 CD)

 

Sinfonie Nr. 5  "auf B" für Orchester op. 50

András Ligeti / RSO Wien

QUELLE:  CD STEREO ORF CD 3028 (1 CD)

 

Symphonie Nr. 5 "auf B" für Orchester op. 50

András Ligeti / RSO Wien

QUELLE:  MC MONO (Privater Mitschnitt der Rundfunkübertragung des ORF)

 

ZU DEN WERKEN:

 

SYNTHESE  für vier mal vier Instrumente  op. 47  (1958)

Die SYNTHESE ist für vier Instrumentengruppen zu je vier Instrumenten komponiert:

1. Gruppe:    Holzbläser   (Flöte - Oboe - Klarinette - Fagott)

2. Gruppe:    Blechbläser   (1. Horn - 2. Horn - Trompete - Posaune)

3. Gruppe:    Schlaginstrumente   (Xylophon - Militärtrommel - Große Trommel mit Becken - Klavier)

4. Gruppe:    Streicher   (Violine - Bratsche - Violoncello - Kontrabass)

Jede Gruppe kann ihren Part unabhängig von den anderen Gruppen allein vortragen, aber auch in jeder Kombination jeder Gruppe mit ein, zwei oder drei anderen Gruppen. Sowohl hintereinander als gleichzeitig ist möglich, entweder unterbrochen (in einem zusammenhängenden Ablauf) oder auf verschiedene Abschnitte (Sätze) verteilt. Die Zahl der Möglichkeiten ist theoretisch unbegrenzt - und damit auch die Maximaldauer der Aufführung. Jedoch wird der verantwortliche Leiter der Aufführung (gegebenenfalls der Dirigent) bestrebt sein, dem gesamten Verlauf ein möglichst klares Profil zu geben und die Dauer unter der Ermüdungsschwelle sowohl der Ausübendem als auch der Hörer zu halten. Der Dirigent beziehungsweise die Ausführenden sind somit an der formalen Gestaltung der Werkes schöpferisch beteiligt, sie können vorher bereits ein Konzept diesbezüglich festlegen, aber auch während der Aufführung disponieren und den jeweiligen Erfordernissen spontan Rechnung tragen - sogar eine Kombination dieser beiden Möglichkeiten ist durchaus im Sinne der Komposition gelegen. Streng ist darauf zu achten, dass die gleichzeitig musizierenden Gruppen sich genau an den in der Partitur festgelegten Ablauf halten. Stationäre, evolutionäre, liquidatorische, kontrastierende, analogisierende, ein-, zwei-, drei– und mehrteilige Formungen sind möglich. Der schöpferischen Phantasie der Ausführenden ist weitgehend freie Hand gelassen, die Gestalt des Werkes ist extrem variabel.

Karl Schiske

V. SYMPHONIE  für Orchester  op. 50  (1965)

Symphonie „auf B“ bedeutet nicht nur, dass das Werk auf B beginnt und schließt - und meiner Frau Bertie gewidmet ist, sondern vor allem, dass dieser dodekaphonischer (reihentechnischen) Komposition eine Reihe zugrunde gelegt ist, die aus Motiven von Werken großer Meister zusammenkomponiert ist (meines Wissens ein erstmaliger Versuch!):

Damit erhielt ich drei sehr unterschiedliche Intervallkomplexe, die ich für dieses Werk nützte. Dazu ergibt sich eine neue Art von Synthese: Altbewährtes Material als Grundlage für eine dodekaphonische und weitgehend durchorganisierte moderne Komposition. Im ersten Abschnitt „Evolution“ wird das Material streng kanonisch vorgestellt und bis zu einem Zwölftoncluster entwickelt. Der zweite Abschnitt „Structur“ bringt melodische und akkordliche Entscheidungen - Das rhythmisch straffe Hauptthema weicht einem Gesang in den Streichern, von Holzfiguren umspielt - es folgt eine rhythmisch organisierte Durchführung des Materials, die in großangelegter Steigerung wieder in den Gesang mündet, der nun in eine modifizierte Reprise des Hauptthemas führt. Also eine Art Sonatenform. Im dritten Abschnitt „Liquidation“ wird die erreichte Structur wieder allmählich aufgelöst. Im Verlaufe des Prozesses werden auch die Bauelemente der Zwölftonreihe declariert und die Motive der großen Meister erklingen zitatartig in kontrapunktischer Kombination miteinander: Also Bach, Bruckner, Beethoven und zuletzt auch Brahms werden zitiert und vereint. Darauf wird das Material zerschlagen und die „Evolution“ läuft kanonisch im strengen Krebs vom Cluster zurück bis zum einsamen B, mit dem die Symphonie begann.

Karl Schiske

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Diese CD beinhaltet nur Aufnahmen, die bereits offiziell als CD veröffentlicht wurden und diese Ausgaben wurden auch als Bearbeitungsquelle benutzt. Für dieses Vorgehen gibt es mehrere Gründe:

 

1. Bei fast allen dieser Aufnahmen wurden ohne erkennbaren Grund sinnvolle Track-Markierungen weggelassen, mittels denen man einzelne Sätze oder sinnfällige Abschnitte (z.B. zum besseren Verständnis bei Synthese op. 47) innerhalb von Werken aufrufen kann - so z.B. bei der Symphonie Nr. 5, der Synthese op. 47 und den Orgelaufnahmen von op. 10 mit dem Organisten Roman Summereder und op. 38, op. 41 und op. 46 mit der Organistin Renate Sperger. Auf der vorliegenden CD sind an sinnvollen Stellen (einzelne Sätze, Variationen, Abschnitte) zusätzliche Nummern gesetzt.

 

2. Bei der CD des ORF (CD 3026) wurden bei den Orchesterstücken (Symphonie Nr. 5, Synthese op. 47) für die CD-Veröffentlichung quasi „Weichzeichnungsfilter“, möglicherweise sogar zusätzlicher Hall (höre als Vergleich den - leider monauralen - Mittschnitt der Rundfunkübertragung der identischen Aufführung der Symphonie Nr. 5) eingesetzt. Hier konnten leichte bis deutliche Verbesserungen vorgenommen werden, besonders an der Aufnahme der Symphonie Nr. 5 (helleres durchsichtigeres Klangbild, deutlich höherer Aussteuerungspegel). Ebenso wurde der in den Höhen blasse und diffuse Klang von op. 10 mit Summereder verbessert.

 

3. Bei den Orgelwerken bietet die Zusammenstellung mit drei ausführenden Organisten zusätzliche Erkenntnisse und Abwechslung. Die Choralpartita ist zudem zum Vergleich mit zwei Interpreten zu hören.

 

Zudem liegt der identische ORF-Mitschnitt der Symphonie Nr. 5 op. 50 hier in zwei Quellen vor:

a) von der ORF-CD und  

b) von einem monauralen MC-Mitschnitt einer Rundfunkausstrahlung des ORF.

Wegen des beachtlichen subjektiven Hör– und somit Erlebensunterschiedes der beiden Tonquellen sind hier beide Quellen im Vergleich zu hören: Die ORF-CD erklingt in einem weitgefächerten Stereopanorama mit großer Tiefenstaffelung und einer guten Portion Raumklang. Diese Parameter ergeben bei einer Orchesteraufnahme ein schönes rundes Klangbild. Leider ergibt sich somit auch ein ziemlich „weicher“ Klang und die Dichte (Intensität, starke Impulse, auch Schärfe und Tonmassierung) geht etwas in den Raum verloren. Der MC-Mitschnitt lässt trotz aller Schwächen (in mono, und zudem alle üblichen Mängel einer älteren MC-Aufnahme wie leichtes Rauschen, eingeschränkter Frequenzgang geringe Dynamik usw.) m.E. mehr von dieser Intensität erleben.

 

 

- Originale LPs als CD-Transfers  (Transfer JW, nur privater Backup)

 

Karl Schiske:

 

Vom Tode  Oratorium nach Worten großer Dichter

für Soli, Chor, großes Orchester und Orgel

Miltiades Caridis / Solisten / Wiener Jeunesse-Chor / ORF-Sinfonieorchester

 

HERAUSGEBER:  Österreichischer Musikrat, Unterstützung durch den ORF
QUELLE:  LP STEREO Amadeo 2LP 423983-1 (2 LPs)

 

Hier die verwendeten Gedichte - zum vergrößern anklicken! (Nr.22 und Nr.23 fehlen in dieser Einspielung):

HÖRBEISPIEL 42 MIN - Karl Schiske: Vom Tode (Prolog, Frühling, Sommer) (Caridis, Dir.)
mp3-Datei der ersten von zwei CDs von Karl Schiskes "Vom Tode" mit den Teilen: Prolog, Frühling, Sommer. Die originalen CDs meines LP-Transfers ohne Datenkomprimierung klingen noch besser.
Schiske Vom Tode Prolog Frühling Sommer [...]
MP3-Audiodatei [49.1 MB]
HÖRBEISPIEL 43 MIN - Karl Schiske: Vom Tode (Herbst, Winter, Epilog) (Caridis, Dir.)
mp3-Datei der zweite von zwei CDs von Karl Schiskes "Vom Tode" mit den Teilen: Herbst, Winter, Epiolg. Die originalen CDs meines LP-Transfers ohne Datenkomprimierung klingen noch besser.
Schiske Vom Tode (Herbst Winter Epilog) [...]
MP3-Audiodatei [97.5 MB]

 

ZUM WERK:

 

Karl Schiskes größtes, bedeutendstes Werk - das Oratorium „Vom Tode“ op. 25 - ist 1946 unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges und des Todes seines Bruders Hubert, der1944 gefallen war, entstanden. Den Text stellte sich der Komponist selbst aus Gedichten von Rilke, Liliencron, Weinheber, Eichendorff, Seidel, Mörike, Hölderlin, Schiller, Hebbel, Klopstock, Thomas a Kempis und Goethe sowie dem Volkslied vom „Schnitter Tod" zusammen und ordnete ihn In sechs Teile, die zwischen Prolog und Epilog nach barockem Vorbild die vier Jahreszeiten mit den menschlichen Lebensabschnitten gleichsetzen.

Schiske selbst schreibt dazu: „Als ich den Text des Oratoriums 1945 unmittelbar nach dem Ende des furchtbaren Krieges aus zum Teil in meinem Notizbuch mitgetragenen Gedichten zusammenstellte, ergab sich die Form und der Jahreszeitenablauf wie von selbst Mit der Musik trachtete ich die Dichtungen verschiedener Autoren noch mehr zu verschmelzen ...In den Rahmen sind vier Teile eingefügt, die den Tod durch die vier Jahreszeiten schreiten lassen... So erscheint der Tod in vielerlei Bildern hinter den bunten Erscheinungen der Welt, hineingreifend ins Leben, oder nur ein dunkler Schatten, der in die Natur hineinfällt eine große Macht, das Rätsel und der Sinn des Lebens, die dunkle Nacht an die das Leben gebunden ist".

Verbindendes Element der sechs Teile ist die Vertonung von Rilkes „0 Herr, gib jedem seinen eigenen Tod", das gleich zu Beginn erklingt und dann jeden weiteren Teil abschließt Ein dumpfer Ostinato leitet das Stück ein, dann entwickelt sich die Thematik und führt zu einem ersten verzweifelten Aufschrei, ehe das Geschehen wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückführt „Denk es, o Seele" (Mörike) Ist die erste Nummer des „Sommers". Über Pizzicati der Streicher wird die Szenerie entwickelt, zunächst heiter, dann plötzlich in tragischer Umdeutung. Der „galoppierende“ Rhythmus der „schwarzen Rösslein" sorgt noch einmal für positive Aspekte, ehe schwere Akkordik die Symbolisierung des Leichenzuges mit Dramatik erfüllt „Winterlandschaft" (Hebbel) eröffnet den .Winter" mit einem statisch-gleichbleibenden Akkord, der die Szene wie in einen feinen Schleier hüllt hinter dem die Detailzeichnungen anheben. Mit der Darstellung der noch einmal blitzenden Sonne durch den Chor ist ein kurzer optimistischer Anklang gegeben, der jedoch bald endgültig strenger Klanglichkeit zu weichen hat Ebenfalls dem „Winter" entnommen sind „Am Ziele“  (Weinheber) und „Also ist aller Ende der Tod" (Thomas a Kempis). Die dreiteilige Form der ersten Nummer belebt Schiske durch symbolhaften Einsatz der Stimmgruppen des Chores, deren verschiedene Klangbereiche adäquate Ausdruckssphären erhalten; nahezu asketisch ist die zweite Nummer, die den Solotenor den lapidaren Text mit erschütterndem Ausdruck vortragen lässt „Die Posaune" (Weinheber) ist die erste Nummer des Epilogs und bildet gleichsam ein deutsches „Dies irae". eine Zeichnung des Jüngsten Gerichts. Mit scharfer Klanglichkeit, dramatischen Blockballungen und symbolhaften Anklängen an frühere Teile gestaltet der Komponist das Bild zur letzten negativen Szene des Werkes, ehe der Schlusschor „Wer immer strebend sich bemüht" (Goethe) für einen positiven Ausklang sorgt wobei dessen kontrapunktische Verwebung mit dem „O Herr, gib jedem seinen eignen Tod" wieder einmal Schiskes Vorliebe für eine resümierende Synthese zeigt.

Hartmut Krones

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Eine Fast-Gesamtaufnahme, die leider in der so entscheidenden Entwicklung des Epilogs (m.E. keine treffende Bezeichnung für diesen krönenden Schlussteil) verstümmelt ist. Nach der noch aufgeführten "Die Posaune" von J.Weinheber (Nr.21) fehlen dann der "Chor der Toten" von C.F.Meyer (Nr.22), das "Requiem" von F.Hebbel (Nr.23) und von der Nr.24 das einleitende und durch einen starken Kontrapunkt ("Herr, erbarme Dich unser") verwandelte letzte "Herr, gib jedem seinen eignen Tod" von R.M.Rilke, dessen Schwanken zwischen (An)Klage und demütiger Bitte völlig schlüssig in das hoffnungsvolle abschließende "Wer immer strebend sich bemüht" von J.W.v.Goethe führt.

 

Zu Militades Caridis Ehrenrettung ist zu sagen, dass die gedruckte PARTITUR der UE-Ausgabe die hier nicht gespielten Nummern tatsächlich nicht aufweist. Im KLAVIERAUSZUG sind sie allerdings enthalten. Bei neuen Informationen werde ich hier ergänzen.

 

Durch die Streichung von zweieinhalb Nummern erscheint bei Miltiades Caridis Aufführung nun aber Weinhebers apokalyptische "Die Posaune" als quasi Einleitung zum abschließenden "Wer immer strebend sich bemüht", was leider unpassend und als innere Entwicklung nicht logisch erscheint. Somit handelt es sich hier tatsächlich um eine fragmentarische Aufführung, da die wesentliche "kompositorische Kuppel" des Werks nicht sichtbar wird.

 

Natürlich ist es erfreulich, dass dieses großartige und umfangreichste Werk Schiskes in dieser Aufführung mit Miltiades Caridis von 1987 annähernd vollständig zu hören ist. Sie bietet auch eine spannende Alternative zum Querschnitt mit dem Dirigenten Theodor Guschlbauer. Caridis Sicht klingt eher luxuriöser, Guschlbauer strenger und m.E. auch visionärer. Bezüglich Chor und Solisten haben beide Aufführungen leichte Schwächen. 

 

Der CD-Transfer von LPs ist sehr gut gelungen, kann aber nicht überall temporäre minimale Schleifgeräusche (besonders erste LP, B-Seite - wohl generell der nachlässigen LP-Fertigung der späten 70ziger und 80ziger Jahre geschuldet) unhörbar machen. Priorität war - wie bei allen meinen Transfers - die originalen Informationen in der Dynamik und dem Frequenzumfang nicht anzutasten.

 

Karl Schiske:

 

Klavierkonzert  für Klavier und Orchester  op. 11

Hans Petermandl, Klav. / Karl Etti, Dir. / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester

 

Vom Tode  Oratorium nach Worten großer Dichter  op. 25

Auszüge: Nr.1, Nr.8, Nr.16, Nr.18, Nr.19, Nr.21

Theodor Guschlbauer / Solisten / Wiener Singakademie / Wiener Symphoniker

 

Psalm 99 für sechsstimmigen gemischten Chor a capella  op. 30

Gottfried Preinfalk / ORF Chor

 

HERAUSGEBER:  Österreichische Schallplatten Ges.m.b.H., Wien
QUELLE:  LP STEREO LP Amadeo AVRS 5067 (1 LP)

 

HÖRBEISPIEL 19 MIN - Karl Schiske: Klavierkonzert op.11 (Petermandl, Klav. / Etti, Dir.)
mp3-Datei - Karl Schiske: Klavierkonzert op.11 (Petermandl / Etti / NÖ Tonkünstlerorchester). Amadeo LP. Die originale CD meines LP-Transfers ohne Datenkomprimierung klingt besser.
Schiske Klavierkonzert op.11 (Petermandl[...]
MP3-Audiodatei [44.0 MB]
HÖRBEISPIEL 26 MIN - Karl Schiske: Vom Tode op.25 (Auszüge) (Th. Guschlbauer, Dir.)
mp3-Datei - Karl Schiske: Vom Tode op.25 (Ausz.: Nr.1, 8, 16, 18 ,19, 21) (Theodor Guschlbauer / Wiener Symph.). Amadeo LP. Die orig CD meines LP-Transfers ohne Komprimierung klingt besser.
Schiske Vom Tode (Auszüge) (Guschlbauer)[...]
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HÖRBEISPIEL 5 MIN - Karl Schiske: Psalm 99 op.30 (Preinfalk - ORF-Chor)
mp3-Datei - Karl Schiske: Psalm 99 op.30 (Gottfried Preinfalk / ORF-Chor).
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Schiske Psalm 99 (Preinfalk ORF-Chor) mp[...]
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ZU DEN WERKEN:

 

Das Konzert für Klavier und Orchester op.11 schrieb Karl Schiske in den Jahren 1938/39, der Zeit des Abschlusses seiner Kompositionsstudien. Opus 11 stellt es sein erstes großes mehrsätziges Orchesterwerk dar. im Jahr der Fertigstellung auch bereits uraufgeführt, bescherte es dem Komponisten einen einhelligen Erfolg, die Presse lobte Thematik, Klang und formale Sicherheit gleichermaßen und bescheinigte seinem Schöpfer „echte, ursprüngliche Begabung". Formal folgt das dreisätzige Werk durchaus klassischen Mustern, weitet diese aber sowohl durch rhapsodische Elemente als auch durch zyklische Zusammenfassungen auf persönliche Weise aus. Der 1. Satz (Toccata. Schnell) ist von steter Motorik erfüllt die Thematik wie begleitende Figurationen gleichermaßen prägt Zunächst treten Orchester und Soloinstrument einander gegenüber, dann vereinigen sich die Klangkörper und führen zu dramatisch gesteigerten Entwicklungen. Das Bassthema des 2 Satzes (Passacaglia. Langsam) wird gleich zu Beginn vom Klavier intoniert bald immer neuen Umspielungen unterzogen, bis sich das Orchester nach und nach an den Variationen beteiligt Dramatische Abschnitte wechseln mit ruhig-besinnlichen, der bedächtig schreitende Charakter des Themas bleibt für die Grundstimmung des Satzes aber immer entscheidend. Krönung des Werkes ist der 3. Satz (Sonata. Sehr schnell), in dem Schiske nach formaler Eigenentwicklung die Themen aller drei Sätze übereinanderstellt und mit fulminanter Schlusssteigerung die Einheit der Gesamtform bekräftigt.

 

Der Psalm 99 für sechsstimmigen gemischten Chor a capella op. 30, ,.Jubilate Deo omnis terra" (Jauchzet Gott alle Welt), entstand 1949 als Schiskes Opus 30. Der Komponist schließt hier deutlich an Vorbilder früher Epochen an: Das blockartige Zusammenfassen von Ober- und Unterstimmen und deren deutliches Gegeneinandertreten erinnert an die Doppelchörigkeit der Venezianischen Schule, Melodiebildung und häufiges Unisono an textlichen Schlüsselsteilen wurde vom Gregorianischen Choral inspiriert Die motivischen und kontrapunktischen Verzahnungen zeigen Schiske auf der Höhe seiner handwerklichen Meisterschaft, die Klangbildung Ist trotz archaisierender Bestrebungen von hoher Modernität Nach einem eröffnenden Forte des gesamten Chores steigern gegenchörige Imitationen das Geschehen zu einem ersten Ausbruch: in verhaltenem Unisono hebt der zweite Teil an, drängt zu erneutem Höhepunkt, kehrt ein letztes Mal zu blockartigem Gegeneinander und schließt mit klanglich bereichertem Zitat des Hauptthemas. Der vielstimmige Schluss-Zweiklang C-G beschwört hierbei ein letztes Mal die Welt der alten Vokalpolyphonie.

Hartmut Krones

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Eine hervorragende Einspielung des Klavierkonzerts und eine sehr stimmige Auswahl aus dem Oratorium "Vom Tode". Eine spannende auch die andere Lesart Guschlbauers im Vergleich zu den Caridis Gesamtaufnahme.

 

Der LP-zu-CD-Transfer ist ohne Störungen sehr gut gelungen und nur beim Psalm 99 sind minimale klangliche Verzerrungen auszumachen. LP-Artefakte sind kaum wahrnehmbar.

 

Karl Schiske:

 

Sonatine für Violine, Violoncello und Klavier  op. 34

Ebert-Trio Wien

 

Sonatine für Klavier  op. 42

Hans Petermandl, Klav.

 

Drei Lieder für hohe Stimme und Klavier  op. 45

Ellen Klein, Sopr. / Kurt Rapf, Klav.

 

Divertimento für zehn Instrumente oder Kammerorchester  op. 49

Kurt Schwertsik / Kammermusikvereinigung des ORF

 
HERAUSGEBER:  Dokumentationsreihe des Österreichischen Komponistenbundes Vol.6
QUELLE:  LP STEREO LP 10031 Austro Mechana Stereo (1 LP)

 

Anmerkung: Die Tracknummern orientieren sich an den Partituren und haben beim Divertimento op.49 direkten Bezug zum Text der CD 

 

HÖRBEISPIEL 5 MIN - Karl Schiske: Drei Lieder für hohe Stimme op.19 (Klein - Rapf)
mp3-Datei - Karl Schiske: Drei Lieder für hohe Stimme op.19 (Ellen Klein, Sopr. / Kurt Rapf, Klav.).
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Schiske 3 Lieder op.19 (Klein Rapf) mp3.[...]
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HÖRBEISPIEL 11 MIN - Karl Schiske: Sonatine für Vn, Vc. u. Klav. op.34 (Ebert Trio)
mp3-Datei - Karl Schiske: Sonatine für Violine, Violoncello und Klavier op.34 (Ebert Trio). Austro Mechana LP. Die originale CD meines LP-Transfers ohne Datenkomprimierung klingt besser.
Sonatine für Vn Vc Klav op.34 (Ebert Tri[...]
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HÖRBEISPIEL 8 MIN - Karl Schiske: Sonatine für Klavier op.42 (Hans Petermandl)
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Schiske Sonatine für Klavier op.42 (Pete[...]
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HÖRBEISPIEL 15 MIN - Karl Schiske: Divertimento op.49 (Kurt Schwertsik, Dir.)
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Schiske Divertimento op.49 (Schwertsik) [...]
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ZU DEN WERKEN:

 

Sonatine für Klavier zweihändig op. 42

Die dreisätzige Sonatine entstand im Jahre 1954. Der erste Satz stellt eine modifizierte Sonatenform dar: Haupt- und Seitenthema sind in mehrfachem Kontrapunkt angelegt, so dass bei der Reprise die Lage der Stimmen vertauscht werden kann. Jede wörtliche Wiederholung in der gleichen Stimme ist vermieden, im zweiten Satz ist einem weitbogigen Gesangsthema, das seine Akkordik allmählich durch strenge kontrapunktische Manipulation gewinnt und so von dem einstimmigen Themenkopf sich dichtemäßig logisch zu einem vierstimmigen Satz anreichert, ein passacaglia-artiger Mittelteil in variablen Metren gegenübergestellt. Zu streng entwickelten, stark rhythmisierten Akkorden in der tiefen Bassregion erklingen zwei melodische Gestalten zuerst hintereinander, dann nach dem Prinzip von Schiskes Synthesetechnik gleichzeitig. Nach einer groß angelegten Steigerung tritt nun hart dissonierend in polytonaler Technik des doppelten Kontrapunktes das erste Gesangsthema wieder ein, um unter Beibehaltung der im Mittelteil gewonnenen Bewegung und Spannung immer härter werdend in kontrapunktisch entwickelten Tontrauben (Clusters) den Satz im ff zu beschließen. Der dritte Satz ist ein lustiges, etwas jazzartiges Rondo mit einem zackig-fanfarenhaften Hauptgedanken zu tänzerisch-rhythmischen Bässen. Nach Zwischenteilen, die zum Teil durchführungsartige Verarbeitung des Hauptmaterials bringen, kehrt das Rondothema mehrmals in modifizierter Art wieder, wobei Stimmenanreicherung höhere Spannung erzeugt. Der Quartenlauf des Themenkopfes aus dem ersten Satz beschließt das Thema.

 

Sonatine für Violine, Violoncello Klavier op. 34/1952   (Klaviertrio)

Die Bezeichnung „Sonatine" spielt sowohl auf den geringen zeitlichen Umfang des Werkes wie auf seine Form an, die eine neue Abwandlung des Sonatenschemas darstellt. Alle drei Sätze sind aus demselben Material entwickelt.

1. Satz, Andante. - Das dreitaktige Thema besteht aus drei melodischen Linien, die gleichzeitig (in der Geige und dem anfangs zweistimmig geführten Klavier) erklingen. In der obersten Linie spielen die Septime und ihre Teilung, die Quart, eine wichtige Rolle, die beiden unteren Linien verlaufen tonleiterartig. Diese Elemente werden mit den Mitteln des mehrfachen Kontrapunktes und des „Spiegels" nach Art einer Invention verarbeitet. Am Schluss des Satzes erscheint das dreistimmige Thema in den sordinierten Streichern allein (die Geige spielt zweistimmig) und dann nochmals, zu einem Orgelpunkt des Klaviers auf A, wobei nun das Cello zweistimmig spielt. Der ganze Satz bedeutet gewissermaßen die Exposition einer Sonatenhauptsatzform.

2. Satz, Allegro. - Durchführung des Materials der Exposition. Der Satz beginnt mit den letzten 5 Noten des Hauptthemas aus dem ersten Satz, die nun weitergesponnen werden. Herrschten im 1. Satz die Intervalle der Septim und der Quart vor, so dominieren nun Sekund und Terz. Die Septim ist vorerst nur in der Unterstimme des Klaviers zu hören. Der für Schiske charakteristische häufige Taktwechsel fällt in dem schnellen Tempo mehr auf als im ruhigen Zeitmaß des 1. Satzes.

3. Satz, Adagio. - Reprise. Eine „Variationenfuge" (die Bezeichnung stammt vom Komponisten) lässt nicht nach altem Brauch dux und comes aufeinanderfolgen, sondern Thema — Krebs — Spiegel — Spiegel des Krebses. Von seinem ff-Höhepunkt an läuft der Satz in genauem Krebsgang wieder bis zu seinem Ausgangspunkt zurück, dem Ton a.

Erich Urbanner

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN UND CD-TRANSFERS:

 

Großartige Referenz-Einspielung des Divertimento! Überzeugende Aufführungen der Sonatinen op.34 und op.42.

 

Der CD-Transfer von LP ist ohne Störungen und klangliche Verzerrungen gut gelungen. Es gibt nur ein leichtes Granulatgeräusch und ein leichtes aufnahmebedingtes Grundrauschen.

 

 

- Kommerzielle CD Veröffentlichungen

 

Karl Schiske:  Spätwerk

 

Candáda  für Sopransolo, gemischter Chor und kleines Orchester  op. 45

Peter Keuschnik / ORF Chor (Einstud.: Gottfried Preinfalk) / Radio Symphonieorchester Wien

 

Choralpartita  für Orgel  op. 46

Andreas Juffinger, Org.

 

Synthese  für vier mal vier Instrumente  op. 47

Peter Keuschnik / Ensemble Kontrapunkte

 

Divertimento  für zehn Instrumente oder Kammerorchester  op. 49

Erich Urbanner / die reihe

 

Symphonie Nr. 5 "auf B"  op. 50

András Ligeti / RSO Wien

 

Dialog  für Violoncello und Klavier  op. 51  (unvollendet)

Wolfgang Panhofer, Vc. / Huw James, Klav.

 

CD STEREO CD ORF 3028 (1 CD)

 

ANMERKUNGEN ZU DEN AUFNAHMEN:

 

Diese Aufnahmen des Spätwerks von Karl Schiske sind über einen langen Zeitraum entstanden (teils analog, teils ditigal) und bedeuten einen Meilenstein in der Rezeption des Komponisten. Urbanners Interpretation des 

Divertimento ist eine interessante Variante zur Einspielung von Schwertsik - wenn auch m.E. nicht ganz so stark ausgefeilt wie bei der älteren, sehr gut klingenden analogen Einspielung. Besonders erfreulich ist, dass nun auch das letzte vollendete Werk Schiskes, die 5te Sinfonie, auf Tonträger zugänglich ist. Die "Candáda" erinnert stark an Strawinsky, aber wie so manches Stück Schiskes im Rauschhaften von Motivrepititionen auch an Carl Orff. Eine ausgezeichnete Aufführung mit dem ORF-Chor. Ebenso ganz hervorragend gespielt und aufgenommen ist die Orgelpartita mit dem Organisten Andreas Juffinger.

 

Diese offizielle VÖ des ORF setzt die originalen Quellen sehr gut um. Anscheinend ist diese CD leider mittlerweile nirgends mehr erhältlich - höchstens dass sie vereinzelt mal als gebrauchtes Angebot auftaucht.

 

Karl Schiske:  Sämtliche Orgelwerke 

 

Variationen über ein eigenes Thema  op. 10

Renate Sperger, Orgel

 

Toccata  op. 38

Renate Sperger, Orgel

 

Triosonate  op. 41

Renate Sperger, Orgel

 

Choralpartita  op. 46

Renate Sperger, Orgel

 

(+Werke von Steigleder, Frescobaldo, Erbach, Bach, Brahms, Muffat)

 

CD STEREO Gramola 98806 (1 CD)

 

Überzeugende, wenn auch wenig expressiv geratene Einspielung des gesamten Orgelwerks von Karl Schiske.

 

Karl Schiske: 

 

Varationen über ein eigenes Thema  für Orgel  op. 10

Roman Summereder, Orgel  (Christuskirche, Wels, 26+27.4. + 25.5.2004)

 

(+Werke von A.Bruckner/R.Dittrich, F.Schmidt, J.N.David, E.Krenek und A.Heiller)

 

CD STEREO Weinberg Records SW 010226-2 (1 CD)

 

Wer Partituren nicht innerlich allein durch das Lesen hören kann und auf klingende Aufführungen angewiesen ist, der sollte zur besseren Kenntnis eines Werks gerade bei unbekannter Musik möglichst verschiedenen Interpreten zu hören bestrebt sein. So wird besser erkennbar, was beim Hören das Werk selbst und was Interpretation ist.

 

Schiskes "Variationen über ein eigenes Thema" op.10 benötigen beim Organisten Roman Summereder eine volle Minute weniger Spielzeit als bei der Einspielung mit Renate Sperger, was bei einem fünfminüten Stück immense 20% Differenz in der Aufführungsdauer ausmacht. Eine fließendere Lesart, die im Thema einen größeren Bogen spannt - quasi in Viertelimpulsen gefühlt, wo bei Sperger Achtelimpulsen als Metrum wahrgenommen werden.

 

Karl Schiske: 

 

Sextett für Klarinette, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Klavier  op. 5

- 4. Satz  (4:06 min)

Oliver Darnhofer, Klarinette

Chih Hong Tseng, Violine

Maria Ivanova Boneva, Violine

Annamaria Kowalsky, viola

Liina Leijala, Violoncello

Yu Tung Pan, Klavier

 

(Aufgenommen am 4.5.2012)

 

(+Werke von R.Strauss, J.S.Bach, J.Cage, J.Haydn, T.Maria, Trad., J.Brahms, Th.Skweres, Strauss/Hasenöhrl)

 

CD STEREO mdw 2013 (1 CD)

 

Hier meine Übersetzung des kurzen englischen CD Texts: Bereits vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs war Karl Schiske ein erfolgreicher und beachteter österreichischer Komponist. Seine Werke wurden von Ensembles wie den Wiener Symphonikern bei Veranstaltungen im Musikverein oder im Konzerthaus uraufgeführt. Ab 1952 arbeitete er als Professor für Komposition an der damaligen Wiener Akademie für Musik.

Schiske komponierte sein Sextett im Jahr 1937 und bereits 1939 hat das Stück drei öffentliche Aufführungen in Wien erlebt. 1940 wurde es als erstes seiner Werke bei der Universal Edition veröffentlicht. Es ist anzumerken, dass nahezu das gesamte Kammermusikwerk von Schiske dreisätzig ist - dieses Sextett hat aber vier Sätze. 

 

Das gesamte Sextett op. 5 war in oben genannter Besetzung als Live Videomitschnitt einer Aufführung der mdw Mediathek (Uni für Musik und darstellende Kunst Wien) zu hören und zu sehen. Diese Aufzeichnung ist auf der oben als erstes ausgestellten CD zu hören.

 

Karl Schiske: 

 

Zweite Kleine Suite (Sonatine für zwei Blockflöten)  op. 15, 2

 

H. Schaller + M. Cutka (1997)

 

(+Werke von xxx)

 

CD STEREO Domino Music xx (1 CD)

 

xxx

 

 

WERKKATALOG  (+ CD-Einspielungen, priv. LP-Transfers, Mitschnitte)

 

 

Werke, geordnet nach Opuszahlen

 

 

Kleine Suite  für Klavier  op. 1  (1935, Wien)  (Doblinger)

1. Langsam (Adagio)

2. Fröhlich (Allegretto)

3. Gehend (Andante)

4. Lustig/Allegro (Scherzando)

Margarete Babinsky, Klav. (Quinton)

TB Slg. Melchior

 

Thema, 8 Variationen und Doppelfuge  für Klavier  op. 2  (1935/36, Wien)  (Doblinger)
 

Sonate  für Klavier  op. 3  (1936, Wien)  (Doblinger)

1. Gehend (Andante)

2. Scherzo. Schnell (Allegro), Trio. Poco sostenuto

3. Langsam (Adagio)

4. Lustig (Allegro, scherzando)

 

Streichquartett Nr. 1  op. 4  (1936/37, Wien)  (Doblinger)

1. Gehend

2. Langsam

3. Schnell

Ostrauer Streichquartett  (Aufn d ORF ORF 278. Tonband)  (ÖNB-interner Onlinezugang)

 

Sextett für Klarinette, 2 Violinen, Viola, Cello u Klavier  op. 5  (1937, Wien, Groß-Sölk)  (ca 15 min) (UE)

1. Schreitend (Andante sostenuto)
2. Schnell und lustig (Allegro scherzando)
3. Langsam (Adagio)
4. Sehr bewegt (Allegro con brio)

Oliver Darnhofer, Klarinette

Chih Hong Tseng, Violine

Maria Ivanova Boneva, Violine

Annamaria Kowalsky, viola

Liina Leijala, Violoncello

Yu Tung Pan, Klavier

 

Vorspiel für großes Orchester  op. 6  (1937/38, Wien)  (Doblinger)

Karl Etti / NÖ Tonkünstlerorchester  (LP Preiser SPR 109, 1970)

TB Slg. Melchior

 

Drei Lieder  für hohe Stimme und Klavier  op. 7  (1938, Wien)  (UE)

- Erlöschen (Binding)

- Märztag (Liliencron)

- Ich lebe mein Leben (Rilke)

xxx, Sopran / xxx, Klavier  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

 

Der Schrei ("Vom Reif des Mondes gekühlt")  für 6-st. gem Chor a cap  op. 8  (1938, Wien)  (ca 8 min)  (UE)

TB Slg. Melchior

 

Reitjagd  Kantate für Bariton, gem. Chor und Orchester  op. 9  (1938, Wien, Groß-Sölk)  (ca 15 min)  (UE)

 

Variationen über ein eigenes Thema  für Orgel  op. 10  (1938, Groß-Sölk)  (ca 6 min)  (Doblinger)

R. Sperger, Orgel  (25.5.2005, auf der Gollini Orgel in Pfarrkirche St. Florian, Wien, ORF, Gramola)

Roman Summereder, Orgel  26+27.4. + 25.5.2004 (CD Weinberg Records)

TB Slg. Melchior

 

Konzert für Klavier und Orchester  op. 11  (1938/39)  (ca. 20 min)  (Doblinger)

K. Etti / Hans Petermandl, Klav. / Niederösterreichisches Tonkünstlerorch.  (ca.1972, ORF, LP Amadeo) JW

Margarete Babinsky, Klav.

TB Slg. Melchior


Zwei Lieder  für mittlere Stimme und Klavier  op. 12  (1941-43)  (Doblinger)

- Unersättlich (Huch)  (1941, St. Pölten)

- Die Dinge (Weber)  (1943, St Pölten)

 

Trompetermusik  op. 13  für Blasorch (10 Tr, 8 Pos, 2 Tb) Pk u Schlgz  (1939/40, Wien)  (Doblinger)

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

 

1. Konzert für Streichorchester  op. 14  (1940-41, St. Pölten)  (ca 27 min)  (Doblinger)

1. Langsam

2. Schnell / Langsam / Wieder schnell

3. Thema mit Variationen

4. Etwas rasch

ÖGZM - Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik  (ca.2007-08, Ton 4 Records, Download) JW

Z. Deak / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester JW

TB Slg. Melchior

 

Drei kleine Suiten für 2 Blockflöten oder andere Melodieinstr.  op. 15 (1941/45/49, Groß-Sölk) (Doblinger)

- 1.

1. Munter (Allegretto)Gehend (Andante)

2. Gehend (Andante)

3. Kanon. Schnell (Allegro)

- 2.

1. Kleine Fanfare. Bewegt und straff (Allegro energico)

2. Kanon. Etwas rasch (allegretto)

3. Ostinato. Gehend (Andante)

4. Kleine Fanfare. Bewegt und straff (Allegro energico)

H. Schaller + M. Cutka (1997)  (CD Domino)

- 3.

1. Fließend (Andante con moto)

2. Ruhig (Tranquillo)

3. Fuge. Lebhaft (Vivace)

 

Symphonie Nr. 1  op. 16  (1941/42, St. Pölten, Groß-Sölk)

1. Gehend

2. Langsam

3. Schnell

4. Gehend

 

Tanz-Rondo  für großes Orchester  op. 17  (1942, St. Pölten)  (8 min?)  (UE)
xxx  (Reichssender Wien, 1944, Wachsplatte)

Pachernegg /  8.+9.3.1965 (NDR-Produktion)

TB Slg. Melchior

 

Sonate  für Violine und Klavier  op. 18  (1943, St. Pölten / 1948 Groß-Sölk)  (Doblinger)

1. Kraftvoll

2. Langsam

3. Bewegt

xxx, Violine  (Tonband - Musikalische DOKU Karl Schiske)  (ÖNB-interner Zugang)

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

 

Drei Lieder  für hohe Stimme und Klavier  op. 19  (1945, Gmunden)  (ca. 5 min)  (Doblinger)

- Mailied (Goethe)

- Abendspruch (Arthur)

- Ecce Homo (Nietzsche)

E. Klein, Sopr. / R. Rapf, Klav. (14.1.1964) (Doku-Reihe des Österr. Komponistenbundes, LP Austro Mech.) JW

xxx, Sopran / xxx, Klavier  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

TB Slg. Melchior (14.1.1964?)

 

Rhapsodie  für Klavier  op. 20  (1945, Gmunden)  (ca 8 min)  (Doblinger)

M. Babinsky, Klav.  (20.2.2009, live, "Spielraum" Kapfenberg, Steiermark, Youtube) JW


Streichquartett Nr. 2  op. 21a  (1945, Gmunden)  (UE)

1. Schnell (Allegro)

2. Langsam (Adagio)

3. Straff gehend (Andante energico)

Koehne Quartett

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)


Konzert Nr. 2 für Streichorchester  op.21b  (1948/49, Groß-Sölk)  (UE)

1. Schnell (Allegro)

2. Langsam (Adagio)

3. Straff gehend (Andante energico)

Vlastimil Horak / Kammerorchester Bratislava  (LP Preiser SPR 3203)

Kammerorchester Bratislava  4.6.1969 (Aufn d Inst f Österr. Mus Dok 63. - Tonband)  (ÖNB-interner Zugang)


Vier Chöre  für 3 gleiche St (Frauen, Knaben, Männer) a cap  op. 22  (1945, Groß-Sölk)  (ca. 10 min)  (Dobl)

1. Herbstbild (Hebbel)

2. Flamme (George)

3. Sieh nicht, was andre tun (Morgenstern)

4. Gewitter (Bethge)

U. Theimer / Chorus Viennensis  (LP Profil Records 120590, Aufn.: April 1982)

 

Tanzsuite  für Klavier  op. 23  (1945, Gmunden, Groß-Sölk)  (Doblinger)

Hans Petermandl, Klav. (ORF)

1. Foxtrot

Margarete Babinsky, Klav. (Quinton)

2. Lansamer Walzer

3. Tango

4. Schneller Walzer


Quintett  für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott  op. 24  (1945, Groß-Sölk)  (Doblinger)

1. Gehend

2. Langsam

3. Schnell und lustig

RAVAG Wien, 18.3.1948

 

"Vom Tode"  Oratorium nach Worten großer Dichter für Soli, gem Chor, großes Orchester u Orgel  op. 25  (1946, Groß-Sölk / einzelnes bereits 1938/41/45)  (ca 105 min)  (UE)

24 Nummern

- Nummer 1-21 und Nummer 24 zweiter Teil

M. Caridis / Wiener Jeunesse-Chor / ORF-Symphonieorch.  (17.11.1987, live, ORF, Amadeo) (LP-Transfer)  JW

- Auszüge (Nr.1, 8, 16, 18, 19, 21)

Th. Guschbauer / Wiener Singakademie / Wiener Sinfoniker (26.3.1970, Konzertmittschn., ORF, LP Amadeo) JW

- Auszüge (8 Lieder und 3 Chöre)

xxx, Sopran / xxx, Klavier  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

TB Slg. Melchior

 

Sinfonie Nr. 2  op. 26  (1947/48, roß-Sölk, Orth)  (ca 28 min)  (UE)

1. Gehend (Andante)

2. Langsam (Adagio)

3. Schnell (Allegro)

P. Erös / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester  (20.9.1974, Großer Sendesaal, Funkhaus Wien) JW

M. Horvat / Zageber Philharmonie JW

Wolfgang Bozic / ORF Sinfonieorchester  (Aufnahme 13.2.1981)  (ORF - Ö1 19.5.1981 gesendet,Kopie)

Österreichische Fonothek 870197

TB Slg. Melchior

 

Musik  für Klarinette, Trompete und Bratsche  (auch Klaviertrio?)  op. 27  (1947/48, Groß-Sölk)  (UE)

1. Schnell (Allegro)

2. Langsam (Andante sostenuto)

3. Bewegt (con moto)


Kammerkonzert  für Orchester  op. 28  (1948/49, Groß-Sölk)  (ca 23 min)  (UE)

1. Schnell (Allegro)

2. Langsam (Adagio)

3. Schnell (Allegro)

Karl Schiske / Münchner Philharmoniker  (13.2.+24-25.5.1954)  (Aufnahme für den BR - Band erhalten?)

F. Cerha / ORF Symphonieorchester (1979, Großer Sendesaal, Funkhaus Wien) JW


Sonate  für Klavier zu vier Händen  op. 29  (1949, Wien, Groß-Sölk)  (Doblinger)

1. Allegro energico

2. Andante sostenuto

3. Presto

Österreichische Phonothek 870035

TB Slg. Melchior

 

Psalm 99 "Jubilate Deo omnis terra" für 6-st gem Chor a cap  op. 30  (1949, Groß-Sölk) (ca 6 min) (Dobl)

G. Preinfalk / ORF-Chor  (ca. 1970, ORF, LP Amadeo) JW

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

TB Slg. Melchior

 

Sinfonie Nr. 3  für Orchester  op. 31  (1950/51, Orth, Groß-Sölk, Aigen im Ennstal)  (ca 32 min)  (UE)

1. Maestoso

2. Tema con Variazioni

3. Allegro

Karl Schiske / Münchner Philharmoniker  (13.2.+24-25.5.1954)  (Aufnahme für den BR - Band erhalten?)

TB Slg. Melchior

St. Soltesz / Niederösterreichisches Tonkünstlerorchester JW

 

Drei Stücke für Gloria  für Violine solo  op. 32  (1951, Wien)  (Doblinger)

1. Allegro energico

2. Andante

3. Presto

Monica Horowitz, Violine  (Demo MC)

TB Slg. Melchior

 

Konzert für Violine und Orchester  op. 33  (1951/52, Wien, Orth, Groß-Sölk)  (ca 25 min)  (UE)

1. Allegro deciso

2. Adagio

3. Allegro

H. Kurosaki, Vn. / K. Etti / NÖ Tonkünstlerorchester (4.5.1979, Großer Sendesaal, Funkhaus Wien) JW

TB Slg. Melchior

 

Sonatine  für Violine, Violoncello u Klavier (Klaviertrio)  op. 34  (1951/52, Wien, St.johann)  (ca 11 min) (Dobl)

1. Andante

2. Allegro

3. attacca: Adagio

Ebert-Trio, Wien  (Doku-Reihe des Österreichischen Komponistenbundes, LP Austro Mech.) JW

Ebert-Trio Wien  (Musikalische DOKU Karl Schiske)  (ÖNB-interner Zugang)

xxx  (mit Prof. Wagner)  (30.11.1965 im Kammersaal des Musikvereins)  (ÖNB-interner Zugang)

Altenberg Trio Wien

TB Slg. Melchior

 

Drei Stücke nach Volksweisen  für Klavier  op. 35  (1951, Wien)  (Doblinger)

1. Österreichisch. Allegretto

2. Irisch. Adagio, rubato, quasi recitando

3. Slowakisch. Allegro

Margarete Babinsky, Klav. (Quinton)

 

Etüdensuite  für Klavier  op. 36  (1951, Wien)  (Doblinger)

1. Allegro energico

2. Andante

3. Con moto

TB Slg. Melchior

 

Vokalisen für mittlere Stimme und Klavier  op. 37  (1951, Wien)  (Fragment)

1. (Übungen)

2. (Stücke)

 

Toccata  für Orgel  op. 38  (1951/52, St. Johann, Wien)  (ca 8 min)  (Doblinger, Wien)

R. Sperger, Orgel  (25.5.2005, auf der Gollini Orgel in Pfarrkirche St. Florian, Wien, ORF, Gramola)

Kurt Rapf, Orgel der Lazaristenkirche, Wien 1968  (LP Österreihcische phonothek (ÖKB Vol.4) 10008)

Österreichische Phonothek 680200

 

Der Mai "Tanzet und springet, der Mai ist da" f 3-st Chor a cap op. 39 (1952, St.Johann) (ca 1 min) (Dobl)

 

Kleine Fuge  für Klavier  op. 40  (1952)

 

Triosonate  für drei Melodieinstrumente oder Orgel  op. 41 (1953/54, St. Johann)  (ca 8 min)  (Doblinger)

1. Allegro

2. Andante

3. Con moto

4. Sostenuto

R. Sperger, Orgel  (25.5.2005, auf der Gollini Orgel in Pfarrkirche St. Florian, Wien, ORF, Gramola)

Augustin Kubizek, Orgel  (Tonband)  (ÖNB-interner Onlinezugang)

- (Oboe, Klarinette und Fagott)

Ungarisches Bläserquintett  (Aufn d Inst f Österr.Musik Doku 97. Tonband)  (ÖNB-interner Onlinezugang)

 

Sonatine  für Klavier  op. 42  (1953/54, Wien, Orth, Rom)  (ca 8 min)  (Doblinger)

1. Allegro

2. Andante

3. Allegretto

Hans Petermandl, Klav. 1974  (Doku-Reihe des Österreichischen Komponistenbundes, LP Austro Mech.) JW

xxx, Klavier  (Musikalische DOKU Karl Schiske)  (ÖNB-interner Zugang)

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

TB Slg. Melchior

 

Missa Cunctipotens Genitor Deus in festis duplexibus für gem Chor u Org ad lib  op.43 

(1954, Orth, St. Johann) (Doblinger)

- Kyrie und Gloria

xxx  (Tonband - Musikalische DOKU Karl Schiske)  (ÖNB-interner Zugang)

TB Slg. Melchior

 

Symphonie Nr. 4  für Orchester  op. 44  (1955/56, Groß-Sölk, Orth, Wien)  (ca 18 min)  (UE)

H. Swarowsky / Das Orchester des Österreichischen Rundfunks (11.3.1962, Wien) JW

TB Slg. Melchior

 

Candáda Kantate f Sopransolo, gem Chor u kl Orch. (Text: Herbert Mösslacher) op. 45 (1956, Orth, St.Johann)  (ca 9 min) (UE)

1. Allegro ("Hinku sodomani")

2. Adagio ("Jantscha hara ubi gamba")

3. Presto ("Gorri, gorri agagauzi")

4. Andante ("Hiroguga ahigamba")

G. Preinfalk / RSO Wien  (7.3.1972, ORF-Radiokulturhaus Wien, ORF-CD)

TB Slg. Melchior

 

Choralpartita  für Orgel  op. 46  (1956/57, Orth)  (ca 7 min)  (Doblinger)

1. Bicinium 1

2. Motet I

3. Bicinium 2

4. Motet II

5. Bicinium 3

6. Motet III

7. Bicinium 4

A, Juffinger, Orgel  (15.10.1990 im ORF-Radiokulturhaus, ORF-CD)

R. Sperger, Orgel  (25.5.2005, auf der Gollini Orgel in Pfarrkirche St. Florian, Wien, ORF, Gramola)

 

Synthese  für vier mal vier Instrumente  op. 47  (1957/58, Groß-Sölk, Orth)  (variable Aufführungsdauer) (UE)

P. Keuschnik / Ensemble Kontrapunkte  (7.3.2005, Brahms-Saal des Wiener Musikvereins, ORF-CD)

TB Slg. Melchior

 

Kyrie aus der unvollendeten Missa für gemischten Chor und Orgel (Fragment) (1958) op. 48  (ca 3 min)

A. Glaßner / A.Juffinger, Org. / Anton Webern Kammerchor Wien (3.7.2008, Gr. Musikvereinssaal Wien, ORF-CD)

 

Divertimento  für 10 Instrumente oder Kammerorchester  op. 49  (1963, Orth)  (ca 15 min)  (Doblinger)

(Transformationen im goldenen Schnitt für 2 plus 3 plus 5 Instrumente)

K. Schwertsik / Kammermusikvereinigung d ORF 1974 (Doku-Reihe d Österr. Komponistenb., LP Au Mech.) JW

E. Urbanner / Das Innsbrucker Streichquartett und Solisten JW

E. Urbanner / die reihe  (27.10.1994, Mozart-Saal des Wienerkonzerthauses, ORF-CD)

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

TB Slg. Melchior

 

Sinfonie Nr. 5  "auf B"  op. 50  (1959-65, Rom, Groß-Sölk, Orth)  (ca 14 min)  (Doblinger)

1. I. Evolution

2. II. "Structur"

3. III. Liquidation

A. Ligeti / RSO Wien  (11.11.1994, Großer Musikvereinssaal, Wien, ORF-CD)

Edgar Seipenbusch / ORF Sinf-Orch  (Musikalische DOKU Karl Schiske)  (CD von mono Halbspur Tonband)

TB Slg. Melchior

 

Dialog  für Violoncello und klavier  op. 51  (nur 1.Satz vollständig) (1967, Riverside)  (ca 4 min)  (Manuskript)

W. Panhofer, Vc. / H. James, Klav.  (11.11.1994, Fanny-Hensel-Mendelssohn-Saal, Uni f. Musik Wien, ORF-CD)

xxx, Violoncello / Klavier  (Aufn ORF ORF 117. - Österr. Komp.bund Zykl VIII, 2.Konz.)  (ÖNB-interner Zugang)

xxx  (3-CD Box Ein Meister der Jahrhundertmitte. Musik u Ausschn v Symposion 1999)

TB Slg. Melchior

 

 

Links zu Karl Schiske

Evolution auf B             Ein Film von Kurt Brazda über Karl Schiske - auf eine Anregung von Berta Schiske

 

Altenberg Trio Wien    Im Repertoire:  Trio op.34

 

Margarete Babinsky    Im Repertoire:  Klavierkonzert op.11, Rhapsodie op.20 u.a. Klavierwerke

 

Koehne Quartett          Im Repertoire:  Zweites Streichquartett op.21a

 

Lukas Schiske

 

Österreichische Nationalbibliothek    Archiv mit Dokumenten, Noten, Tonaufnahmen von Aufführungen

 

 

            - - -  Diese Seite widme ich herzlich Berta Schiske  - - -

 

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