Aufnahmekonzept und mehr . . .

 

MICHAEL NUBER AUF JAW-RECORDS

 

Als Produzent von JAW-Records freue ich mich, Ihnen das seelenvolle und berührende Spiel des „Live-Pianisten“ Michael Nuber in allen Schattierungen und in einem natürlichen Klangbild auf CD zugänglich machen zu können.

 

Raumakustik, Aufnahmesituation (zumeist Live-Konzerte) und Eigenheiten des Instruments bilden dabei eine Einheit und stehen in Wechselwirkung mit der Interpretation des Musikers - z. B. den von ihm gewählten Geschwindigkeiten.

 

Nicht ein modischer „Schönklang“ ist angestrebtes Ziel der Tondokumente, sondern die möglichst getreue Abbildung der musikalischen Botschaft in stimmiger Übertragung - oder besser gesagt: „Übersetzung“ auf das „Kunst-Produkt CD“.

 

Diese Klavier-Aufnahmen erscheinen oftmals in ungewohnt direktem Klangbild. Fernab der Ästhetik vieler heutiger Aufnahmen wird ausschließlich der Raumklang der Aufnahmelokalität verwendet und kein „brillanter“ Klang erzwungen. Das bedient nicht die heutigen Hörgewohnheiten, da somit auch mal Begrenzungen eines Instruments zu Tage treten. Andererseits bleiben die charakteristischen Klangfarben und feinste Anschlagsnuancen des Pianisten erhalten.

 

JAW-Records bedient sich somit konsequenterweise keiner elektronischen Bearbeitungen - lediglich Interferenzen (also die übermäßige Verstärkung einzelner Töne durch die Raumakustik oder das Instrument selbst) werden minimiert.

 

Genießen Sie es, dem musikalischen Ereignis in natürlichem Klang räumlich so nah sein zu können, wie es Ihnen im Konzertsaal wohl nur selten vergönnt ist...!

 

 

ANMERKUNG: Dieser Text ist auf allen JAW-Records CDs mit Michael Nuber abgedruckt.  Das bedeutet aber nicht, dass alle CDs exakt gleich klingen, denn die Akustik der Räume, in denen aufgenommen wird ist sehr verschieden und zudem erfordert die aufgenommene Musik ihre eigene Beachtung, was die Direktheit des Klaviertons oder den Raumklang betrifft. Barocke "Claviermusik", die per se schon wegen der damals eher leisen Klänge für einen sehr kleinen Saal oder die Kammer bestimmt war, benötigt eine Akustik, welche das präsente Feine betont, große romantische Klaviermusik (z.B. Brahms, Liszt) darf und soll oftmals orchestral klingen - was dann einen stärkeren Einsatz von Raumklang bedeutet.

 

Zum Thema Aufnahme mehr Auf der Seite JAW-Records und deren Unterseiten.

 

 

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ZUR PERFEKTION VON CD-PRODUKTIONEN

 

Der im digitalen Zeitalter nochmals gestiegene Anspruch an die Makellosigkeit einer Musikaufnahme verlangt von Interpreten und Produzenten viel Mut ab, auch zu möglichen Unvollkommenheiten einer Plattenproduktion zu stehen - welche z.B. durch folgende Punkte verursacht sein können:

 

Ein Instrument, das dem Pianisten nicht die Umsetzung seiner manuellen Möglichkeiten und klarer klanglicher Visionen zum Stück ermöglicht bzw. ihn bremst - und den Aufnahmeleiter vor die große Herausforderung stellt, trotzdem einen stimmigen ansprechenden Klang einzufangen.

 

Ein Aufnahmeraum, dessen Akustik keine „Blume“ hat (luftiger runder Nachklang) und auf der CD dann evtl. einen stumpfen, dicken oder aggressiven Klang erzeugt.

 

Und immer wieder auch kleinere Ungenauigkeiten oder Missgriffe im hingebungsvollen Spiel des Pianisten. Zum letzten Punkt ein paar Gedanken:

 

PER ASPERA AD ASTRAM (durch das Raue zu den Sternen) geschieht jederzeit(!) beim Musizieren. Es mag Menschen und somit auch Pianisten geben, deren Wesen keine Unkontrolliertheit, keinen „Fehlgriff“ kennt oder duldet. Das kann glückliche Erfüllung sein - aber es kann auch die Musik verhindern, wenn diese Art Perfektion nicht zum Wesen des Musikers gehört.

Denn zur Vermeidung von Fehlern wagt mancher Musiker folglich nicht das Äußerste und somit auch nicht sein Innerstes. Aber ist somit eine entäußerte und selbstvergessene Aussage möglich? Fühlte sich der Hörer bei einem entfesselten Spiel mit dem Mut zur "Unvollkommenheit" (die dem Menschen ja sowieso zueigen ist!) nicht mehr berührt?

 

Für mich als Musikliebhaber stehen Idee und Aussage des Werks im Vordergrund – in Verbindung mit der persönlichen Wahrhaftigkeit des Spiels des Interpreten. Alles andere kommt erst danach.

 

 

                                                     Joachim Wagner    (Produzent Tontechnik Text Fotos CD-Gestaltung)

 

 

 

 

 

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