OTTO WAGNER - Kunstmaler (1913-1983)

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Herzlich willkommen zur virtuellen Ausstellung von ca. 150 Öl-Gemälden, Tempera, Aquarellen, Tusche-, Bleistift-, Kohlezeichnungen, Skizzen und Entwürfen meines Vaters, des Kunstmalers Otto Wagner. 

 

Otto Wagner war in erster Linie Landschaftsmaler, schuf in der ersten Zeit aber auch Portraits, Akte und Stilleben. Bis auf wenige Bilder und Skizzen ist hier alles zu sehen, was sich davon noch im Familienbesitz befindet. Außerdem gibts eigene Gedanken und Hinweise zu einzelnen Bildern, zum Malen, zu Kreativität, zur Bildbetrachtung und zum Thema Reproduktionen.

 

Diese Website hier habe ich zum Andenken an meinen Vater erstellt. Und ich möchte Ihnen durch die Möglichkeit der Betrachtung seiner Bilder Freude bereiten und Anregungen zum Sehen und Reflektieren geben.

 

Die Seite OTTO WAGNER auf klangrede.de zerfällt in mehrere Sparten:

 

1. Die Reproduktionen der Bilder

Die Repros der Gemälde, Aquarelle, Zeichungen usw. können Sie - in thematische Gruppen (Ort Motiv usw.) geordnet - bei BILDER NACH THEMEN GEORDNET ansehen. Beim Anklicken dieser Übersichtsseite öffnen sich 22 Unterseiten einzelnen Gruppen.

Auch sind die Bilder ALLE bei "Auf einen Blick: OTTO WAGNER - ALLE BILDER" zu sehen. Letztere Seite ist sehr umfangreich (152 Repros), aber dafür entfällt beim Wunsch, die einzelnen Arbeiten direkt zu vergleichen, das Wechseln auf verschiedene Unterseiten.

 

Unter ALLE BILDER IN VOLLBILDANZEIGE sind die 152 Bilder (plus 36 Ausschnitte) ebenso abrufbar. Diese auch als automatische Diashow verwendbare Ansicht ermöglicht die größtmögliche, über den gesamten Bildschirm reichende Darstellung der Repros. 

Dieser Vollbildmodus ist ebenfalls jeweils ganz unten in den Themen-Gruppen für zu benutzen.

 

Es gibt also zwei verschiedene Betrachtungsmöglichkeiten der Bilder:

Eine kleine Ansicht in der übersichtlich gekachelten Darstellung (bei Anklicken in leicht vergrößertem Maßstab incl. Bildtiteln) oder eine Vollbildansicht über den ganzen Bildschirm.

 

Jedes Repro ist auf 1200 Pixel begrenzt für eine ausreichend aufgelöste Bildschirmbetrachtung. Kontaktieren Sie mich bitte bei Interesse an hochauflösenden JPGs.

 

2. Text und Bildbeispiele

Die Seite ÜBERSICHT "BILDER-GEDANKEN" öffnet fünf Unterseiten, die mittels Bildbeispielen mehrere persönliche Gedanken zur Bildbetrachtung, zum künstlerischen Schaffensprozess, zu Reproduktion und zum Restaurieren beinhalten.

 

3. Bildtransformationen, Aufruf, der ungarische Maler Pécsi-Pilch (Lehrer von Otto Wagner).

 

 

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"Kunst"Malen als Broterwerb - und die "Kunst des Könnens"

Der Kunstmaler Otto Wagner hat in den 35 Jahren seines Schaffens (siehe Vita) ein umfangreiches und (dank seiner Frühwerke und der nicht kommerziellen Bilder) auch vielschichtiges Oeuvre hinterlassen. Der "Maler ohne jegliche Künstlerallüre" ernährte sich und seine Familie von der Malerei. Somit war er darauf angewiesen, seine Bilder laufend zu verkaufen. Dass diese Notwendigkeit zu Zugeständnissen in Motivwahl, Malstil und Maltechnik gegenüber den privaten Käufern oder Galeristen führte, liegt auf der Hand.

 

Ein starker Zug seiner Kunst (im Sinne von Können) zeigt sich nun darin, dass er jeglichen Bildern - egal ob Auftrags- oder aus eigenem Antrieb entstandenen Werken - mit "magischen Lichtstimmungen" und einer stupenden, individuellen Technik (z.B. Darstellung von Wasser), unverwechselbares Eigenleben gab:

Meist sind diese Landschaften oder Städteansichten (Heidelberg) trotz manch kleiner Manirismen seelenvoll und durchaus auch romantisch-sentimental, aber nie unecht kitschig oder klischeehaft.

 

 

Alle seine Bilder zeigen im souveränen Umgang mit Licht Einflüsse der "Impresionistischen Schule", die er von seinem Lehrer Dezsö Pécsi-Pilch mitbekam. Nach vielen Portraits und Akten der Malschule und der folgenden Suche nach künstlerischer Identität in den ersten Jahren wandte er sich Städteansichten und hauptsächlich der Landschaftsmalerei zu. Otto Wagners stimmungsvolle, vielschichtige und tief empfundene Odenwald-, Berg- oder Voralpenlandbilder haben oft das Seelenhafte eines Portraits...

 

Da mir persönlich ganz klar die Vision in der Kunst das Wichtigste ist, empfinde ich es als Verlust, dass mein Vater - geschuldet der Notwendigkeit des Broterwerbs - sein reiches Potenzials nicht völlig erschöpfen konnte. Manche Bilder lassen mehr erahnen - letztlich jedoch Ungemaltes…

 

etwas Ordnung - und Gedanken zum "Fertigen" in der darstellenden Kunst

Otto Wagners künstlerische Hinterlassenschaft lässt sich geordnet lose in vier Gruppen einordnen:

1. Kommerzielles

Auftragswerke oder in Kunsthandlungen ausgestellte Bilder - vieles davon in der Kunsthandlung Langheinz (Darmstadt) und in der Galerie Vogel (Heidelberg). Ölbilder, nur noch wenige greifbar.

2. Nicht-Kommerzielles

Skizzen, Zeichnungen und Gemälde - aus purer Mal-Lust ohne konkreten Anlass und ohne kommerziellen Hintergrund entstanden. Verschiedene Maltechniken.

3. Frühwerke

Bilder aus der frühen Schaffenperiode.

Sie zeigen den Maler auf dem Weg zum eigenen Stil (mit vielen Gesichtern und Facetten). Auch Stilkopien.

4. Fragmentarisches

Flüchtige Skizzen, "unvollendete" Bilder, Verworfenes. Verschiedenste Maltechniken und Materialien.

 

Otto Wagner hätte zu Lebzeiten in seiner großen Bescheidenheit und selbstkritischen Haltung manches aus der Gruppe 1 und noch mehr aus der Gruppe 3 und 4 wohl nicht der Veröffentlichung wert gehalten. Der Blick aus zeitlicher Distanz und die Gesamtübersicht über alle verfügbaren Arbeiten zeigt jedoch, dass ganz besonders die fragmentarischen oder nicht vollständig "ausgemalten" Bilder oftmals den inspiriertesten, frischesten und schwungvollsten Eindruck machen.

Das enge bürgerliche Kunstverständnis der Nachkriegszeit sah detailliert gemalte Bilder als "fertige" Arbeiten an. Oftmals ist ein Bild aber schon viel früher in sich rund abgeschlossen und zeigt in der Andeutung mehr seiner ganz eigenen Wesens, der Stimmung und der essenziellen Aussage.

Die Frage, wann ein Kunstwerk "fertig" ist, ist ein philosophisches Thema und oft sogar vom schaffenden Künstler selbst schwer abzuschätzen. Das hier bei JAW-Records auf CD erhältliche vielschichtige Orchester-Projekt  "unvollendet - unbeantwortet!?" behandelt eben genau dieses Thema musikalisch!



 

Wege der Veröffentlichung - und meine persönliche kreative Annäherung

Viele hundert Bilder, die Otto Wagner gemalt hat, sind von den 50ziger bis in die 80ziger Jahre durch Kauf (meist über Kunsthandlungen) in den Besitz von Privatpersonen übergegangen. Doch mehr als 150 Skizzen, Zeichnungen, Aquarelle, Öl-Gemälde und in anderen Techniken gemalte Bilder sind der Familie erhalten geblieben: Manche sind nicht fertiggestellt, andere waren (wie z.B. Frühwerke oder Skizzen) nie zum Verkauf gedacht, weitere zierten das private Heim oder sind "Bestellungen", die nach dem Tode des Malers einfach nicht mehr verkauft worden sind. Wenig dieser verbliebenen Bilder hängen gut präsentiert an Wänden, die meisten sind eingelagert: ein beklagenswerter Zustand für Lichtkunst, die gesehen werden will...

 

Das ist mit der Hauptgrund, dass ich diese virtuelle Ausstellung ins Leben gerufen habe. Menschen sollen diese Bilder sehen können! Zudem bot sich Dank der heutigen digitalen Technik gute Möglichkeit, Beschädigungen oder einfach den "Zahn der Zeit", der an den Bildern genagt hat, behutsam zumindest auf den Reproduktionen auszubessern. Für eine seriöse physikalische Restaurierung der Bildern sind in der Familie Wagner leider keine finanziellen Mittel vorhanden.



 

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