Die Malschule von "Professor Pilch" - Bad Reichenhall und Ramsau

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D e z s ö   P e c s i - P i l c h

 

(Pecs 1888 – 1949 Budapest)

 

Ungarischer Maler. Studium in Budapest und München. Von großer Bedeutung waren seine Studienaufenthalte in Italien und Paris, wo ihn die Malerei der Fauves und der Spätimpressionisten nachhaltig beeindruckte.

 

Seit 1905 war der Künstler in Budapest ansässig, wo er ab 1918 als Professor an der Akademie und Technischen Hochschule die Entwicklung der ungarischen Moderne stark beeinflusste.

 

Quelle:  Thieme-Becker; Vollmer, Bd. 3, S. 561



 

 

 

 

 

 

 Dezsö Pecsi-Pilch (ca.1935-40)

 

 

Hier ein paar Bilder des bedeutenden ungarischen Malers. Das Bild 1 stammt von 1908. Im Bild 2 ist in der maskenhaften Gesichtsdarstellung des Mannes der Ausdruck Goyas spürbar. Wenn ich auch vom hohen Stellenwert des Impressionismus für Dezsö Pécsi-Pilch geschrieben habe, so sind in seiner gesamten Entwicklung dennoch einige Stilrichungen verinnerlicht - z.B. in Bild 10 und 11 auf eine ganz persönliche Weise der Expressionismus. Die skizzenhaften Merkmale der Bilder 8 (Paris) und besonders 9 (Venedig) tauchen in sehr vielen seiner Arbeiten auf. Bild 10 und 12 finde ich in ihrer Traumhaftigkeit besonders stark.

 

 

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OTTO WAGNER AUF DER MALSCHULE

 

 

Professor Pilch ist nach dem zweiten Weltkrieg aus Ungarn nach Deutschland geflohen und gründete in Bad Reichenhall zusammen mit Walter Bernuth eine Malschule.

Bald nach seiner Rückkehr nach Ungarn im Jahr 1949 verstarb der Maler in Budapest.

 

 

 

Otto Wagner besuchte nach der Genesung von seiner Kriegsverletzung (siehe VITA) von 1946 bis 1947 zwei Sommersemester und ein Wintersemester die Malschule Bad Reichenhall bei Professor Pilch.

 

Ein großer, wenn nicht der größte Teil des praktischen Studiums fand in der Ramsau (Berchtesgadener Land) statt und so ist auch die überwiegende Anzahl der frühen Arbeiten von Otto Wagner dort entstanden.

Altersbild von Professor Pilch

Professor Pilch war es wichtig, seine Schüler von Anfang an im impressionistischen Sehen von Licht und Farbe zu schulen. So entstanden z.B. Aktbilder zum Teil mit "Einstellungen" im Wald, um die Klasse gleich mit natürlichen Lichtreflexen und den Farbverfremdungen durch die "grüne" Umgebung zu konfrontieren (mehr dazu bei AKTBILDER 1946-47).

Eine kleine Anekdote:


Es ist ein verantwortungsvolles Unterfangen für den Lehrer, mit Anstand und Taktgefühl seinem Schüler nahezubringen, wie unter seinem kritischen Meister-Blick das qualitative Urteil über eine "Lehrlingsarbeit" ausfällt.

Professor Pilch hatte da drei Kategorien der Bewertung. Die jeweils passende gab er dann nach Begutachtung der ihm vorgelegten Arbeit in schwerem ungarischen Akzent zum Besten:

 

 

1. "Sollst Du es verstecken..."

 

2. "Sollst Du es verkaufen..."

 

3. "Sollst Du es behalten..."

 

 



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Lehrer und Schüler - eine seltene Gelegenheit . . .

 

. . . zu einem reizvoller Vergleich:  Zwei Bilder, beide von gleicher Position am Hintersee gemalt - das eine vom "Lehrer" Professor Dezsö Pecsi-Pilch, das andere vom "Schüler" Otto Wagner:

 

Was sich beim Älteren in asiatisch anmutender impressionistisch verhangener Lieblichkeit und raffinierter Farbgebung zeigt, bietet beim Jüngeren einen klaren Blick auf schroffe ungezügelte Wildheit - mit einem Hauch Flüchtigkeit und noch unausgewogener Farbgestaltung ...

 

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Dezsö Pecsi-Pilch
Otto Wagner

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Hier unten ist die VOLLBILD-ANSICHT (Bildschirmfüllend) der Bilder oben zu sehen.  Und so gehts:

 

1. Für Vollbildmodus auf das untenstehende Bild klicken und dann die "F"-Taste drücken.

2. Für "vor" und "zurück" der Bilder auf der Tastatur "<" oder ">" drücken.

3. Zum in Gang setzen der automatischen Diashow den Mauspfeil zum unteren Bildrand bewegen.

    Es öffnet sich eine Symbolleiste. Dort das Symbol ">" (ganz rechts) anklicken und die Diashow aktivieren.

4. Beenden des Volbildmodus mit "Esc"-Taste links oben auf der Tastatur.

 

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