"Transformationen" - Bilder Otto Wagners in der Sicht von Joachim Wagner

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"Lied der Nacht" (Transformation eines Ölgemäldes von Otto Wagner durch Joachim Wagner)

 

 

Die Arbeit an der Bildrestauration schärfte meinen Blick, was maltechnische Besonderheiten (Gestalt, Licht) und ausdrucksmäßige Stärken der Bilder meines Vaters Otto Wagner anbetrifft. Manche dieser Bilder erlebe ich als ganz starke persönliche Aussage, die über das dargestellte Motiv hinausweist.

 

Otto Wagner war vom Wesen her eher ein Mensch (und Maler) der leisen (Farb)Töne. Meine eigene Natur ist mehr expressionistisch. Somit sehe ich solche Züge vielleicht auch verstärkt in den Bildern - und habe das Bedürfnis, den Blick darauf zu lenken.

 

Zwei Bergbilder (siehe auf der Seite "frühe Bergbilder") haben mich dabei besonders "getroffen". Das, was ich hier als "Transformation" zeige, ist im Grunde nur das, was ich subjektiv schon in den originalen Bildern "sehe" - im Sinne von Vision ...

 

Zur Unwägbarkeit solcher Wahrnehmung hier etwas aus "meinem" Metier Musik:

 

     Gustav Mahler äußerte sich bezüglich der (auf den ersten Blick heiter-friedlich wirkenden)

     vierten Sinfonie gegenüber seiner Freundin Nathalie Bauer-Lechner auch zu den Problemen

     eines neuartigen Konzepts des Ausdrucks:

 

     „Was mir hier vorschwebte, war ungemein schwer zu machen: Stell dir das unterschiedliche   

     Himmelsblau vor, das schwieriger zu treffen ist als alle wechselnden und kontrastierenden

     Tinten. Dies ist die Grundstimmung des Ganzen. Nur manchmal verfinstert es sich und wird

     spukhaft schauerlich: doch nicht der Himmel selbst ist es, der sich trübt, er leuchtet fort in

     ewigem Blau. Nur uns wird es plötzlich grauenhaft, wie einem am schönsten Tage im

     lichtübergossenen Wald oft ein panischer Schrecken überfällt.“ 

 

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"Dante" (Transformation eines Ölbildes Otto Wagners durch Joachim Wagner)

 

 

Anmerkung:  Ich sehe mich keineswegs als bildenden Künstler - doch es hat mich gedrängt, mit den reduzierten und doch reichhaltigen Möglichkeiten von Photoshop in digitaler Form das umzusetzen, was ich als "Nachtgesichte" bezeichnen möchte:

 

Die Nacht als der Ort des Unbewussten... als Zeit für alles nicht bewusst wahrgenommen Erlebte ... als Bühne für das, was uns in unserem Urgrund zutiefst berührt, ängstigt und deshalb im Licht des Tages von uns "übersehen" wird - um dann des Nachts als Traum oder Alptraum wiederzukehren...



So sind beide im original taghelle und sonnendurchflutete Bilder hier zur Nachtansicht gewandelt.

 

Beide Bildtitel wurzeln bewusst in meiner "musikalischen Heimaterde":

 

"Lied der Nacht" hat natürlich den Bezug zu Mahler und Szymanowsky.

 

"Dante" verweist auf "Francesca da Rimini" von Tschaikowsky. 

 

 

Nutzen Sie zur Betrachtung ungedingt die hier unten stehende Volbildansicht! 

Die Eindrücklichste Ansicht ist die bei Dunkelheit oder mit stark gedämpftem Licht...



 

Hier unten ist die VOLLBILD-ANSICHT (Bildschirmfüllend) der Bilder oben zu sehen.  Und so gehts:

 

1. Für Vollbildmodus auf das untenstehende Bild klicken und dann die "F"-Taste drücken.

2. Für "vor" und "zurück" der Bilder auf der Tastatur "<" oder ">" drücken.

3. Zum in Gang setzen der automatischen Diashow den Mauspfeil zum unteren Bildrand bewegen.

    Es öffnet sich eine Symbolleiste. Dort das Symbol ">" (ganz rechts) anklicken und die Diashow aktivieren.

4. Beenden des Volbildmodus mit "Esc"-Taste links oben auf der Tastatur.

 

 

Noch eine Anmerkung zu der Entstehung der Transformationen:

 

Struktur, Zeichnung und Gestalt des Originale blieben in meinen Transformationen (bis auf eine Detail-Ausnahme) völlig unangetastet. Der stark gewandelte Eindruck entsteht ausschließlich durch die Verwendung von erhöhten Kontrasten und von Farben, deren Begrenzungen aber schon in den Helligkeitsstufen genau angelegt ist. Es wurde also nicht "frei gemalt".

 

Ziel im Transformationsprozess war, das Originalbild quasi nicht anzutasten und nur einem diesem innewohnenden "seelischen" Aspekt Raum zu geben und ihm freien Lauf zu lassen...



 

 

 

 

 

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