Mein musikalischer Werdegang und mein Selbstverständnis als "Lehrer"

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Wechselwirkung von Selbsterfahrung und Unterricht

 

So früh ich den Klängen der Musik (ab dem ca. 12-14 Lebensjahr fast ausschließlich der Klassik) verfallen war, so spät habe ich selbst aktiv zu Musizieren begonnen. Ein Jahr Klavierunterricht mit 13 Jahren möchte ich nicht dazu zählen und der Klavierunterricht meiner Münchner Zeit (frühe 80ziger) hat sich mehr in meinem didaktischen und physiologischen Verständnis als in pianistischen Fähigkeiten niedergeschlagen.

 

Das Blechblasen als musikalisch vorgebildeter und wachsamer Mensch mit Visionen in den Mittzwanzigern zu beginnen, ist eine harte Prüfung. Wo sich ein Kind anfangs einfach an der selbstproduzierten Mischung aus Geräusch und Klang erfreut, war für mich die erste Zeit der instrumentalen Unzulänglichkeiten eine große Herausforderung darin, mit Frustation umgehen zu lernen und neben Trompete auch Geduld zu üben... ;-)

 

Rückblickend kann ich aber feststellen, dass dieser Weg für einen Lehrer nicht der schlechteste ist: Denn alle Stadien des Erlernens, alle möglichen und unmöglichen Fehler, die man machen kann (derer waren viele!) werden ganz bewusst erlebt und sind von Verstandnis und auch dem Körpergefühl noch gut in Erinnerung. Das erleichtert die Empathie - also das körperliche, geistige, emotionale und seelische Mitempfinden dessen, was in und mit dem Instrumentalschüler momentan vor sich geht. Und DAS ist natürlich entscheidend für meinen Einfluss als Lehrer darauf... (Mehr dazu bei "Blechblasen" und "zum Instrumentalunterricht")

 

 

Meine instrumentale Ausbildung und Lehrertätigkeit

 

Ich sehe mich persönlich zuallererst als Musikliebhaber. Meine im Laufe der Zeit daraus erwachsenen "Berufsbilder" (Instrumentallehrer, Dirigent, CD-Produzent) empfinde ich als eine logische Folge meines Bemühens um die Musik. Somit möchte ich um meine offizielle Ausbildung keinerlei Aufhebens machen.

Sie war für mich natürlich auch wichtig, ist aber nur ein Teil des Ganzen:

 

1985           Erste Blechblaserfahrung (Trompete) in einem Musikverein im Schwarzwald (während meiner

                  Schreinerlehre). Dort auch erster öffentlicher Auftritt als Leiter eines Blechbläserquintetts.

                  Erster Unterricht bei Marc Siks (USA) und Edgar Kaiser (Bad Säckingen).

                  Erste eigene Unterrichtserfahrungen.

 

1986-1989   Berufsfachschule für Musik in Plattling und Krumbach (Schwaben). Hauptfach Trompete,

                  ansonsten alle weiteren Fächer wie beim Musikstudium (quasi ein "Vorstudium").

 

                  Abschluß "Staatlich geprüfter Musiker".

 

1990-1991   Studium an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt (Trompete).

 

1988-2000   Mehrere Kurse - u.a. bei Vincent Cichowicz (Chicago), Hakan Hardenberger, Edward Tarr,

                  IAM-Kurse, Co-Dozent bei Kursen von Volker Dubowy.

 

1993-1994   Instrumentallehrer an der Musikschule Waldstetten (Trompete, Waldhorn)

 

1993-2009   Jugendausbilder (für Blechbäser) diverser Musikvereine im Raum Schwäbisch Gmünd

 

ab 1995       Privatschüler für Blechblasinstrumente, Musiklehre, D- und C-Kurse, Jugend Musiziert usw.

 

nebenbei     Unterricht mit Schülern anderer Instrumente (Körper, Atmung, Technik, musikalische Gestaltung,

                  Bewusstseinsschulung für ganzheitliche Zusammenhänge, effektives Üben)

 

 

Mein Selbstverständnis als "Lehrer"

 

Das Wort Lehrer habe ich hier einmal bewusst in Anführungszeichen gesetzt, da dieser Begriff bei Schülern und auch älterer Menschen stark "besetzt" ist. Vielleicht trifft die Bezeichnung Vermittler oder Katalysator das Wesentliche genauer: 

So empfinde ich auch das englische "to study WITH" (als Deutsch gehört) sehr treffend: nicht BEI oder gar UNTER einem Lehrer - sondern MIT einem anderen Menschen ZUSAMMEN lernen...

 

Instrumentalunterricht ist mehr als nur das Lehren von Noten, Funktion des Instruments und Spieltechnik. Das gilt für jedes Instrument - aber ganz besonders für Blasinstrumente**: Der Ton entsteht mittels Atmen im Körper (durch die Schwingung der Lippen und mittels einer Luftsäule, die nicht nur in das Instrument vor, sondern auch in den Körper zurück läuft) - das Instrument dient quasi als Verstärker (mit Eigenleben).

 

Über die Wechselwirkung von Psyche und Körperfunktionen muss man heutzutage wohl nicht mehr viel Worte verlieren: Nur eine entspannte Unterrichtssituation ermöglicht eine "unverkrampftes" Blasen - das gilt auf jeden Fall für den Anfänger. Fortgeschrittene Bläser lernen natürlich Schritt für Schritt mit gewissem Stress umzugehen (Orchester-, Auftritts-, Prüfungssituation) und ihn positiv umzugestalten.

 

Instrumentalunterricht findet (zumindest anfangs) auch immer einem Netzwerk statt:  Schüler - Lehrer - Eltern - evtl. Musiverein oder Schule. Hierzu und zu Unterrichtsstruktur und Unterrichtsziele mehr bei "Blechblasen" und "zum Instrumentalunterricht".

 

**Gesang ist nochmal eine Steigerung, da es hier ja gar kein "Hilfsmittel"  mehr (zum Festhalten) gibt...

 

 

 

 

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