Zuckerbrot . . .

Motivation - der Motor, der mit Freude lernen lässt

 

Die Art der Motivation, ein Instrument zu erlernen, ist ein oft vernachlässigter Aspekt beim Unterrichten. Mit der Auflistung hier möchte ich Ihre Gedanken anregen und für das Thema sensibel machen.

Hier ein paar verschiedene Motivations-Möglichkeiten (mehr oder weniger in der eigenen Identität gefestigt, kurz- mitel- und langfristig) und deren Anbindungen:

 

an Personen  (mittel- bis langfristig, oft nicht tragfähig, da meistens noch fehlende Identität)

- durch den Lehrer (für den Lehrer)

- durch die Eltern (für die Eltern)

- um einem Vorbild nachzueifern (aus der Familie oder bekannter Solist)

 

an eine Gruppe  (häufige, gesellschaftliche Motivation, "Dazugehörigkeits- oder Pflichtgefühl", Identität?)

- für den Musikverein

- für die Kirchengemeinde

- die "Umlerner" (Erwachsene), denen der Instrumentenwechsel aus Vereinsgründen nahegelegt wurde

 

an Ereignisse  (manchmal Ehrgeiz oder "Gruppendruck", oft noch nicht innerlich verankert)

- für die nächste(n) Stunde(n) im Unterricht (gestellte Aufgabe und Bewältigung von Stücken)

- für eine Prüfung (z.B. D-Kurs)

- für ein Konzert dieser Gruppe

- Vorbereitung für das familiäre Weihnachtsmusizieren

- erwachsene Schüler, die "eingelernt werden oder letzten Schliff bekommen 'sollen'" (meist Musikverein)

 

an die Musik selbst und eigenes Erleben  (ideale Basis, meist bewusstes Üben und hohe Toleranzschwelle)

- aus Freude am Klang und an den Möglichkeiten des Instruments

- aus Leidenschaft für die gespielte Literatur

- aus Freude am Zusammenklang mehrerer Instrumente

 

an Tätigkeits- oder Berufswunsch (möglicherweise Selbstüberforderung, muss gut begleitet werden)

- Jugendleiter, Ausbilder (meist bei Musikvereinen)

- für eine berufliche musikalische Zukunft (Berufsmusiker)

 

 

Personengebundene Motivation ist bei Kindern (möglichst nur als "Zusatz") ein zusätzliches Standbein und eine wichtige Hilfe in Krisenzeiten.

Gruppengebundene Motivation ist in ländlichen Gegenden die vielleicht am häufigsten vorkommende Hauptmotivation und kann gut (ohne persönliche Deformationen) funktionieren, wenn Struktur und Klima der Gruppe gut sind und kein reaktionärer Geist herrscht.

Ereignisgebundene Motivation ist von natur aus kurz- oder mittelfristig. Oft bei Erwachsenen, ist aber letztlich nur als zusätzliche Motivation wirklich sinvoll. So eingesetzt kann sie aber sehr effektiv sein und wichtige Entwicklungsschübe" bewirken.

Musikgebundene Motivation ist natürlich die idealform, da es sich um das dreht, mit dem man sich beschäftigt und das erlernen möchte. So motiviert ist man am aufmerksamsten und kreativsten, setzt sich auch mental und gefählsmäßig mit Klang und Stücken auseinander. Das Bewusstsein erwacht schnell und die Fähigkeit, Geduld mit sich selbst zu haben und mit musikalischen Frustrationen umzugehen wird eine starke Tugend.

Motivation Rolle oder Berufswunsch ist für den Lehrer eine besondere Herausforderung, denn oft gibt es viele verschiedene Quellen dafür. Psychologie spielt eine große Rolle und die Verantwortung der Einschätzung, ob der Schüler sein Vorhaben ausführen kann und sollte, ist groß.

 

Natürlich treten alle Motivationen und Motive meistens auch in Mischformen auf ...

 

 

 

 

 

 

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